TERRA.track Musenberg bei Georgsmarienhütte

„Nenne mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes“, schreibt Homer gleich zu Anfang seiner Odyssee. Eine gar so lange Reise wie Odysseus von Ithaka haben wir nicht vor uns, aber vielleicht werden wir unterwegs zumindest von der Muse geküsst. Denn schließlich geht es heute auf den Musenberg auf dem gleichnamigen TERRA.track bei Georgsmarienhütte. Er verknüpft auf elf Kilometern und rund 160 Höhenmetern den Musenberg mit den Stadtteilen Oesede und Kloster Oesede. Wunderbar auch: An den Bildungsanteil können wir nach dem ersten Absatz schon einen Haken machen. ✔

Wir starten unsere kleine Wander-Odyssee am Wander-Parkplatz an der Borgloher Straße am Fuße des Musenbergs. Gingen wir hier nun entgegen des Uhrzeigersinns, stünde direkt ein sehr steiler Aufstieg auf den Musenberg an – und wir wären entkräftet, bevor es überhaupt richtig losgeht. Daher wählen wir Wanderfüchse die andere Variante, gehen den Rundweg im Uhrzeigersinn und halten uns kurz nach dem Parkplatz nach links.

Unsere Wanderung auf dem TERRA.track Musenberg startet mit schmalen Waldpfaden.
Unsere Wanderung auf dem TERRA.track Musenberg startet mit schmalen Waldpfaden.

Durch den Wald zum Breenbach

Über eine lange Treppe geht es hinab zum Breenbach.
Über eine lange Treppe geht es hinab zum Breenbach.

Hier führt uns ein kleiner Weg in den Wald, der im weiteren Verlauf immer schmaler wird. Der TERRA.track Musenberg führt uns vorbei an einer Felswand und durch einen kleinen Hohlweg, an dessen Ende wir etwas aufpassen müssen. Denn hier knickt der Weg nun nach links ab und führt abwärts. Über eine Vielzahl Stufen geht es hinab bis zum Breenbach, den wir überqueren und den wir nun ein Stückchen begleiten.

Nach insgesamt rund 1,5 Kilometer erreichen wir die Straße Am Musenberg, der wir knapp 200 Meter nach links folgen, ehe wir wieder nach rechts in den Wald abbiegen. Einige hundert Meter verläuft der TERRA.track Musenberg nun noch durch den Wald, dann lichtet sich allmählich der Baumbestand und schließlich erreichen wir den Waldrand. Ein kleines Stück geht es nach links zwischen Feld und Wald, dann knickt der Weg nach rechts ab und wir bewegen uns nun zwischen Weiden und Feldern.

Den Asphalt-Anteil bringen wir möglichst schnell hinter uns...
Den Asphalt-Anteil bringen wir möglichst schnell hinter uns…

Asphaltierter Abschnitt

Leider etwas zu früh dran für die Pflaumenernte.
Leider etwas zu früh dran für die Pflaumenernte.

Einen knappen Kilometer verläuft der Weg nun auf Schotter und Asphalt, dann folgt ein kurzer Abschnitt nach links entlang der vielbefahrenen Wellendorfer Straße. Nach nur 200 Metern biegen wir aber nach rechts in die Straße Am Breenbach ein. Auf asphaltiertem Grund geht es hier nun weiter vorbei an landwirtschaftlich genutzten Flächen und Bauernhöfen bis wir an eine Wegkreuzung gelangen.

Hier begegnen wir nun auch dem Zuweg des TERRA.tracks Musenberg nach Oesede. Der führt nach links, wir hingegen biegen nach rechts ab. Gut 500 Meter folgen wir der schmalen Straße, biegen dann nach rechts in die Heinrich-Schmedt-Straße ein, folgen ihr etwa 100 Meter und dann ist der größte Asphalt-Teil dieses Rundwanderwegs auch endlich geschafft.

Kurz vor Dröper biegt unser Weg hier nach links ab.
Kurz vor Dröper biegt unser Weg hier nach links ab.

Schmale Schleichwege und Mühlenbach

Schmale Wege zwischen Feldern und Weiden bestimmen das Bild.
Schmale Wege zwischen Feldern und Weiden bestimmen das Bild.

Kurz vor dem Ortsschild von Oesede-Dröper biegt unser Weg nach links ab und wir tun es ihm gleich. Nun wandelt sich das Bild und wir laufen auf sehr schmalen Schleichwegen zwischen Äckern, Weiden und Feldern, gehen gar über die Grundstücke zweier Bauernhöfe und erreichen so am Ende über eine weitere schmale Straße den Ortsteil Kloster Oesede.

Nur ein kleines Stück gehen wir auf dem Mühlenweg durch den Ort, dann halten wir uns wieder rechts und biegen in den Wald ein. Hier begegnen wir zunächst der Düte, der wir nun etwas folgen werden. Das sorgt an heißen Tagen für Abkühlung, zu jeder Jahreszeit aber für ein schönes, idyllisches Umfeld. Der schattige Weg führt uns bis zum Mühlenteich. Das gesamte Gebiet des Mühlenteiches und der angrenzenden Feuchtwiesen mit den sie durchfließenden Gewässern „Düte“ und „Schlochterbach“ stehen unter europäischem Schutz. Es handelt sich um ein sogenanntes FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat).

Auch am Mühlenteich ist der trockene Sommer 2018 nicht spurlos vorüber gegangen.
Auch am Mühlenteich ist der trockene Sommer 2018 nicht spurlos vorüber gegangen.

Am Bach zum See-Idyll

Ein kleiner Wasserfall liegt am Wegesrand.
Ein kleiner Wasserfall liegt am Wegesrand.

Um den Mühlenteich in Augenschein zu nehmen, müssen wir unseren Weg kurz verlassen, denn eigentlich zieht es uns nach links, wo wir weiter dem Flusslauf folgen wollen. Der heißt hier nun übrigens Schlochterbach und ist ein Nebenfluss der Düte. An einem kleinen Wasserfall kommen wir vorbei, queren die Straße „Auf der Insel“ und folgen weiter dem fröhlich plätschernden Bachlauf im Schatten hoher Bäume.

Wir erreichen den einsam gelegenen und verträumten Marienteich. Große Libellen und bunte Schmetterlingen umschwirren uns, ein hölzerner Steg führt ein kleines Stück ins Wasser und ist wie gemacht dafür, Beine und Seele baumeln zu lassen. Ein See-Idyll wie aus dem Wanderbilderbuch.

Malerischer Marienteich...
Malerischer Marienteich…

Aufstieg auf den Musenberg

An der Hanglage gut zu erkennen: Jetzt geht es bergauf!
An der Hanglage gut zu erkennen: Jetzt geht es bergauf!

Hinter dem Marienteich biegt der TERRA.track Musenberg nach rechts ab in die Straße Am Piepenbrink. Rund 300 Meter folgen wir ihr, dann schlägt sich unser Weg wieder in den Wald – doch nur ein kurzes Stück. Danach wandern wir am Waldrand, treffen auf ein vergessenes Bauernhaus und gehen schließlich wieder zwischen Feldern und nun noch einmal auf asphaltiertem Grund, nämlich der Straße Im Schlochtertal.

An deren Ende halten wir uns rechts und danach sofort wieder links und biegen in die Straße Schurloh ein. Und jetzt beginnt auch allmählich unser Anstieg auf den Musenberg. Nach einigen hundert Metern biegt unser TERRA.track Musenberg nach rechts in den Wald ein und nun folgen die finalen Höhenmeter mit Macht. Rund einen Kilometer geht es nun kräftig bergauf. Immerhin rund 250 Meter hoch ist der Musenberg schließlich.

Auf dem Gipfel des Musenbergs angekommen...
Auf dem Gipfel des Musenbergs angekommen…

Ruhe und Erhabenheit auf dem Musenberg

Zauberhafter Abstieg vom Musenberg.
Zauberhafter Abstieg vom Musenberg.

Wer nun erwartet hat, nach derlei Strapazen oben mit einer gigantischen Aussicht auf Georgsmarienhütte und seine Stadtteile belohnt zu werden, der wird leider ein wenig enttäuscht. Dennoch verströmt der Musenberg eine Ruhe und Erhabenheit, die wir auf einer Bank auf dem Gipfel genießen können. Und zumindest zwischen den zahlreichen Bäumen blitzt hin und wieder so etwas wie eine Aussicht auf.

Es folgt der Abstieg zum Wanderparkplatz an der Borgloher Straße und wir sehen nun auch, dass wir uns für die richtige Wegevariante entschieden haben. Denn für den Abstieg ist der schmale Pfad ganz wunderbar: Sehr steil geht es hier bergab und auch die Landschaft links und rechts erinnert fast an alpine Touren.

Dichte Tannen, mannshoher Farn und ein sich vor uns den Berg hinab schlängelnder Weg – so macht wandern Spaß! Bergauf wäre diese Strecke aber schon arg steil gewesen und oben angekommen hätten wir noch rund zehn Kilometer vor uns gehabt. Alles richtig gemacht, denken wir, und erreichen schließlich wieder das Wandermobil am Fuße des Berges.

Warum will ich das wandern? Weil uns der Weg auf elf Kilometer sehr viel Abwechslung bietet – von schmalen Waldwegen über Siedlungsbereiche und landwirtschaftliche Ecken über idyllische Bachläufe und Teiche bis hin zum steilen Aufstieg auf den Musenberg.

Bewertung
Natur ★ ★ ★ ★
Ausblicke ★
Abwechslung ★ ★ ★ ★
Romantik ★ ★
Musen-Faktor ★ ★ ★ ★

INFOS
Rundwanderweg, 11,4 km lang
Höhenmeter: 160 m
Gehzeit: 3,5 Stunden
Schwierigkeit: mittel
Start: Wander-Parkplatz Borgloher Straße

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Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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