TERRA.track Hüggelrundweg in Hasbergen

Der Hüggel in Hasbergen ist durchzogen von Wanderwegen. Wer hier wandern will, hat wahrlich die Qual der Wahl. Wir können den TERRA.track Geologischer Lehrpfad gehen, den TERRA.track Hüggelzwerge, einen der vielen weiteren Wege oder wir umrunden das gesamte Gebiet auf 8,6 km mit dem TERRA.track Hüggelrundweg. Knapp 150 Höhenmeter bringt diese Tour mit sich und bietet reichlich Abwechslung.

Das Bild zeigt die TERRA.vita Infotafel am Parkplatz Roter Berg.
Inzwischen sind sie uns gut vertraut: Die TERRA.vita Infotafel nimmt uns am Parkplatz Roter Berg in Empfang und zeigt uns den Streckenverlauf für den TERRA.track Hüggelrundweg.

Wir starten unserer Wanderung auf dem TERRA.track Hüggelrundweg am Wanderparkplatz Roter Berg in Hasbergen und starten die Tour links herum, nachdem wir uns mit Hilfe der großen TERRA.vita -Wandertafel orientiert haben.

Spuren des Bergbaus am Hüggel

Zunächst wandern wir weitgehend eben und auf breiteren Wegen. Schon bald treffen wir auf die am Hüggel unvermeidlichen Spuren des Bergbaus, die hier fast an jeder Ecke sichtbar sind. Es sind Relikte der alten Brechanlage, die wir zuerst am Wegesrand entdecken. Auch hier informiert uns eine Info-Tafel. Eine Schmalspurbahn transportierte früher das im Hüggel gewonnene Roherz an diesen Platz. In der Brechanlage wurde es dann in faustgroße Stücke zerkleinert. Wir können uns gut vorstellen, was das für ein Lärm gewesen sein muss!

Das Bild zeigt die Relikte der Brechanlage sowie die entsprechende Info-Tafel.
An dieser Stelle stand früher die Brechanlage, die die Erze zerkleinerte.
Das Bild zeigt drei Wanderer auf dem TERRA.track Hüggelrundweg.
Wir setzen unseren Weg auf dem TERRA.track Hüggelrundweg fort.

Wenig später der nächste Bergbauzeuge am Wegesrand. Hier ist noch deutlich zu sehen, dass seinerzeit ein Durchbruch durch den Felsen für die Hüggelbahn angelegt worden ist. Die kleine Bahn transportierte die Erze am Nordhang des Hüggels. Die Kosten für den Transport konnten dadurch von zwei Mark pro Tonne Erz auf 30 Pfennige gesenkt werden.

Das Bild zeigt den Ausblick vom TERRA.track Hüggelrundweg auf eine Weide, im Hintergrund ist ein Bauernhof zu sehen.
Entlang von Feldern und Weiden gehen wir nun auf den Augustaschacht zu.

Zur Gedenkstätte Augustaschacht

Wir setzen unseren Weg an der Nordflanke des Hüggels statt mit der Bahn freilich zu Fuß fort. Der TERRA.track Hüggelrundweg führt uns am Wanderparkplatz Steinbrink vorbei und schließlich entlang von Feldern die Bahnschienen querend zur Gedenkstätte Augustaschacht.

Das Bild zeigt die Gedenkstätte Augustaschacht. Sie liegt direkt am TERRA.track Hüggelrundweg.
Die Gedenkstätte Augustaschacht liegt direkt am TERRA.track Hüggelrundweg.

In dem etwas gruselig anmutenden ehemaligen Pumpenhaus spielte sich in den Jahren 1944 bis 1945 Furchtbares ab. Der Augustaschacht diente in dieser Zeit als Arbeitserziehungslager der Gestapo. Kriegsgefangene und alle, die der Gestapo sonstwie unangenehm waren, wurden hier gequält, gefoltert und zu härtester Arbeit gezwungen. Mindestens 100 Menschen starben. Heute wird diese Zeit in der Gedenkstätte mit vielen unterschiedlichen Mitteln aufgearbeitet. Wir werden ein anderes Mal zurückkehren und ausreichend Zeit mitbringen. Für eine Kombination mit einer leichtfüßigen Wanderung eignet sich das Thema nicht.

Das Bild zeigt im Vordergrund die rotweiße Wegmarkierung und im Hintergrund drei Wanderer beim Anstieg.
Als Nächstes stehen ein paar Höhenmeter auf dem Programm.

Aufstieg und Ausblick

Der TERRA.track Hüggelrundweg führt uns weiter die Straße Zur Hüggelschlucht entlang mit Blick auf die Felder zu unserer Linken. Unter der Eisenbahnunterführung gehen wir hindurch. Hier müssen wir nun etwas aufpassen, denn der TERRA.track Hüggelrundweg formt eine Acht, deren Schnittpunkt hier vor uns liegt. Wir halten uns an der Wegekreuzung hinter der Unterführung zunächst links. Nun steht der erste nennenswerte Anstieg bevor und der hat es auch gleich einigermaßen in sich.

Das Bild zeigt drei Wanderer am Hügelhang, die die Aussicht über Holzhausen und das Osnabrücker Land genießen.
Wir erreichen die Schutzhütte Schau ins Land und wir schauen ins Land.

Rund 50 Höhenmeter machen wir nun auf einem recht kurzen Abschnitt und erreichen am Ende des Aufstiegs die Schutzhütte „Schau ins Land“ und hier auch den gleichnamigen TERRA.track. Und was machen wir? Natürlich, wir schauen ins Land! Wir sehen zu Füßen des Berges Holzhausen liegen, erahnen dahinter Sutthausen und erspähen durch die Bäume noch weiter in der Ferne Osnabrück und die mächtigen Windräder auf dem Piesberg, den wir vom Piesberg Rundwanderweg schon bestens kennen.

Das Bild zeigt drei Wanderer auf dem hier sehr schmal verlaufenden TERRA.track Hüggelrundweg, umgeben von einem Fichtenwald.
Nun folgt ein besonders lauschiger Abschnitt über gewundene, schmale Pfade am Hang des Berges.

Über malerische Pfade zum nächsten Aufstieg

Der TERRA.track Hüggelrundweg biegt vor der Hütte nach rechts ab und wir folgen ihm in einer Kehre durch gerodete Waldflächen und dann durch einen lichteren Mischwald bergab. Fast am Fuße des Berges biegt der Weg nach rechts ab und führt nun über einen schmalen, sehr idyllischen Abschnitt zurück zu dem einsamen Häuschen, an dem wir vorhin schon vorbeigekommen sind.

Das Bild zeigt einen Wanderer auf dem TERRA.track Hüggelrundweg, im Hintergrund ist ein Fachwerkhaus zu sehen.
Das Fachwerkhaus passieren auf dem TERRA.track Hüggelrundweg gleich zweimal.

Wir kehren zurück zur Kreuzung hinter der Eisenbahnunterführung, gehen über die Straße, halten uns schräg rechts und gehen den Hang hinauf. Auch hier sind die Wege naturnah, idyllisch und recht schmal gehalten. Und auch der nächste Anstieg steht ins Haus. Die rund 70 Höhenmeter kommen aber nicht ganz so massiv und erscheinen leichter als beim ersten Anstieg.

Das Bild zeigt drei Wanderer auf einem schmalen Pfad.
Über schmale Pfade geht es zunächst weiter auf dem TERRA.track Hüggelrundweg.

Weitblicke über Hagen

Schließlich verbreitert sich der Weg wieder und der TERRA.track Hüggelrundweg führt uns an einer weiteren Schutzhütte vorbei. Dann gehen wir zwischen Waldrand und Feldern und genießen die Aussicht über die kleinen Bauernschaften und bis nach Hagen.

Hier am Südhang ist es sonnig und eigentlich wäre hier der perfekte Platz für ein Picknick mit Weitblick. Leider sind die Bänke, die hier früher einmal standen abmontiert worden und wir suchen vergeblich nach einer Sitzgelegenheit in der Sonne. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als weiter zu ziehen.

Das Bild zeigt den Ausblick vom TERRA.track Hüggelrundweg über Felder, bis nach Hagen und zum Teutoburger Wald.
Was für ein wunderbarer, sonniger Platz für eine Bank wäre das gewesen.

Vorbei am Silbersee

Und so erreichen wir schon bald die nächste Wegmarke auf dem TERRA.track Hüggelrundweg, den Silbersee. Der Silbersee ist ein ehemaliger Kalksteinbruch und kam wegen des leicht silbern schimmernden Wassers zu seinem Namen. Der See im westlichen Steinbruchbereich trocknet seit einigen Jahren immer wieder auf unerklärliche Weise aus, ebenso die untersten Stollenbereiche, die damit zugänglich wurden.

Das Bild zeigt die Bergbauruinen am Silbersee.
Am Silbersee stehen die größten Bergbauruinen, die wir am Hüggel noch entdecken können. Der TERRA.track Hüggelrundweg führt uns direkt an ihnen vorbei.

Der rund 300 Meter lange Stollen wurde um 1920 durch die Klöckner-Eisenverhüttungsbetriebe in Georgsmarienhütte angelegt und war bis 1937 in Betrieb. Heute haben wir hin und wieder die Möglichkeiten, ihn bei Führungen zu besichtigen. Diese Führungen bietet ebenfalls der Natur- und Geopark TERRA.vita an.

Das Bild zeigt eine große Vertiefung im Boden neben den Bergbauruinen.
Welche Funktion dieses gigantische Loch im Boden hatte, kann ich leider nicht sagen. Ein beeindruckender Zeuge der Bergbaugeschichte es aber in jedem Fall.

Vorbei an Ruinen und zurück zum Start

Der TERRA.track Hüggelrundweg führt uns vorbei an den Ruinen der ehemaligen Steinbruchgebäude und auf der anderen Seite des trockenen Silbersees weiter entlang des stillgelegten Kalksteinbruchs, in dem übrigens unter anderem auch noch Reste eines alten Panzers liegen, der hier zum Ende des Zweiten Weltkriegs versenkt wurde. Ihn können wir von unserem Weg allerdings nicht erspähen.

Das Bild zeigt drei Wanderer auf einem lichten Weg.
Auf lichten Wegen führt uns der TERRA.track Hüggelrundweg zurück zum Wanderparkplatz Roter Berg.

Ab jetzt geht es auf dem TERRA.track Hüggelrundweg nur noch sachte bergab. Die Wege führen uns durch den recht lichten Mischwald, an einem weiteren einsam gelegenen Haus vorbei und schließlich zurück zum Wanderparkplatz Roter Berg, dem großen Treffpunkt der meisten Hüggelrundwege.

Warum will ich das wandern? Weil der Hüggel immer spannend ist. Auch beim dritten oder vierten Besuch können wir immer wieder etwas Neues entdecken und der Hüggelrundweg bietet uns einen guten ersten Überblick.

Bewertung
Natur ★ ★ ★   
Ausblicke ★ ★ ★
Abwechslung ★ ★ ★ ★
Romantik ★ ★
Bergbau-Faktor ★ ★ ★ ★ ★

INFOS
Rundwanderweg, 8,6 km lang
Höhenmeter: 145 m
Gehzeit: 2,5 Stunden
Schwierigkeit: mittel
Start: Wander-Parkplatz Roter Berg

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About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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