TERRA.track Freedenblüte in Bad Iburg

Auf diese Tour hatte ich schon lange gelauert. Am schönsten ist es am Freeden in Bad Iburg, wenn hier im April der Lerchensporn blüht. Als wir uns auf den Weg zu unserem Rundwanderweg am Freeden machen, ist jedoch nicht sicher, ob wir schon blühenden Lerchensporn zu sehen bekommen werden. Der letzte Frost liegt schließlich noch gar nicht lange zurück. Doch wir haben Glück.

Terra.vita Route am Freeden
Die Terra.vita Route am Freeden begleitet uns ein Stück des Weges.

Der TERRA.track Freedenblüte ist rund acht Kilometer lang und bringt ca. 150 Höhenmeter mit sich. Wir starten ihn am Wanderparkplatz an der Straße Zum Freeden in Bad Iburg. Wir haben uns zeitig auf den Weg gemacht, um hier einerseits einen Parkplatz zu bekommen und andererseits, um uns den Weg nicht mit allen anderen Sonntagsausflügler zu teilen. Denn bei denen erfreut sich der Freeden größer Beliebtheit. Außerdem haben wir ein Handtuch im Kofferraum, das später noch eine Rolle spielen wird. Mitnehmen brauchen wir es aber nicht auf unserer Wanderung.

Hermannsweg und Buschwindröschen

Buschwindröschen
Buschwindröschen, ein schmaler Pfad – so sieht Wanderglück am Freeden in Bad Iburg aus!

Wir treffen schon am Wanderparkplatz den guten alten Hermannsweg. Und wenn wir ihn schon mal da haben, dann gehen wir ihn auch. Und zwar rechts herum um den Freeden, bzw. hinauf auf den Kleinen Freeden. Wir folgen aber nicht nur ihm, sondern freilich auch der rot-weißen Ausschilderung, die uns sicher während des gesamten Strecke auf dem TERRA.track Freeenblüte geleiten wird. Dabei geht es auch gleich ganz anständig bergauf – bis auf rund 200 m gehen wir hoch. Ganz vereinzelt sehen wir hier schon den Lerchensporn, zunächst aber vorrangig weiß strahlende Buschwindröschen.

Nach gut einem Kilometer flacht die Steigung ab und wir gehen ein ganzes Stück auf dem Bergkamm. Der Weg ist schmal und ausgesprochen schön. Hier häufen sich nun auch die Lerchensporn-Sichtungen. Es ist noch einigermaßen früh am Tage, bis auf ein paar ambitionierte Fotografen treffen wir hier noch niemanden.

Rastplatz am Freeden
Wenn sich schon eine so schöne Gelegenheit bietet, dann nehmen wir auch Platz.

Idyllischer Rastplatz

Brücke am Rundwanderweg am Freeden
Eine kleine Holzbrücke führt über den kleinen „Canyon“.

Der Hermannsweg knickt zusammen mit unserem TERRA.track Freedenblüte schließlich nach links ab und führt in einer Kurve wieder hinab vom Kleinen Freeden. Unten angekommen treffen wir auf einen wahrlich idyllischen Ort: Neben einem kleinen Canyon, über den eine hölzerne Brücke führt, steht eine Schutzhütte. Ein Tisch mit zwei Bänken lädt zur Rast ein. Da lassen wir uns natürlich nicht zweimal bitten und packen unser zweites Frühstück aus.

Nach der Stärkung folgen wir weiter dem TERRA.track Freedenblüte. Er verläuft nun an der Südflanke des Berges und wir blicken rechts auf die Ortschaft Sentrup und links den bewaldeten Hang hinauf. Einen guten Kilometer verläuft der eher breite Weg nun ohne Steigung. Dann knickt er kurz nach rechts ab, führt ein kleines Stück über eine Teerstraße und schlägt sich dann sogleich wieder links in den Wald.

Wir werden Wander-Outlaws

Wanderbank mit Blick auf Sentrup
Eine Wanderbank lädt ein, den Blick auf Sentrup und Umgebung zu genießen.

Nach gut zweihundert Metern heißt es für uns: Abschied nehmen vom Hermannsweg. Denn der biegt nun nach rechts ab und geleitet den Wanderer hier nach Dissen. Wir dagegen halten uns links und wieder nach den Wegzeichen des Naturparks Terra Vita Ausschau, ein rotes T auf weißem Grund. Das führt uns ein Stück entlang des Baches Sentruper Graben auf breiten Forstwegen durch den Wald. Durch einen Hohlweg, dessen Wände mit Moos dicht bewachsen sind, geht es dann noch einmal bergauf.

An der nächsten Wanderwegekreuzung steht eine weitere Schutzhütte am Georgsplatz. Hier treffen wir auf einige andere Wanderer, die aus Bad Iburg kommen. Sie weisen uns darauf hin, dass die Lerchenspornblüte am schönsten auf dem Rücken des Großen Freeden sei. Zwar sei der Weg, der vom Georgsplatz zum Gipfel führt, offiziell gesperrt, aber „für Alte und Weise gilt das nicht“, raunt man uns zu. Wir schauen uns an. Alt genug für eine Genehmigung fühlen wir uns nicht, aber einigermaßen weise. Das sollte reichen. Verbotswidrig betreten wir den Weg und erklimmen auf dem steilen Pfad den Großen Freeden. Wir werden Wander-Outlaws. Bitte nicht verklagen.

Lerchensporn auf dem Kamm des Freeden
Endlich! Der Lerchensporn säumt die Wege auf dem Kamm des Freeden.

Blütenpracht auf dem Kamm des Berges

Lerchensporn am Freeden
Lila und weiß blüht der Lerchensporn am Freeden in Bad Iburg.

Das Verbot hat übrigens das Forstamt verhängt und es dient der Sicherheit der Wanderer. Anhaltendes Baumsterben und die Gefahr von herab fallenden Ästen haben es nötig gemacht. So ist zumindest die offizielle Lesart und ich fordere niemanden auf, es uns gleich zu tun. Uns oder den Dutzenden anderer Wanderer und Spaziergänger, die wir wenig später oben treffen.

Auf dem Kammweg angekommen, sehen wir dann aber endlich den Grund für die Faszination für den Freeden. Hier blühen tatsächlich links und rechts des Weges tausende Lerchenspornblüten in lila und weiß, dass der VfL Osnabrück seine helle Freude daran hätte. Eine eigentümliche Geruchsmischung liegt dabei in der Luft. Der Blütenduft mischt sich mit dem bereits intensiv und aromatisch duftenden, aber noch nicht blühenden Bärlauch, der hier auf dem kalkreichen Boden ebenfalls prächtig gedeiht.

Wir gehen den Weg fast bis zum Ende des Kamms und genießen den Anblick der Frühblüher, der uns das Herz aufgehen lässt. Nun könnten wir eigentlich den Weg etwas abkürzen und den Großen Freeden am Ende des Kamms wieder verlassen. Doch wir wollen diesen Rundwanderweg am Freeden ja ordnungsgemäß erkunden und abschließen, also gehen wir zurück und wieder hinab zum Georgsplatz, von wo wir nun wieder dem offiziellen TERRA.track Freedenblüte folgen.

Entlang der Nordflanke

Freedenbach
Der Freedenbach begleitet uns ein Stück bei unserer Rundwanderung am Freeden.

Der führt uns nun zu der Straße, der wir nach links rund 2,5 Kilometer bis zu unserem Ausgangspunkt folgen. Für die zweifellos spektakulären Anblicke zur Linken brauchen wir noch etwas Fantasie. Wir sehen zwar, dass auch hier an der Nordflanke des Freedens Tausende der Frühblüher ihr zartes Grün dem durch die Baumwipfel dringenden Sonnenlicht entgegen recken. Doch sie sind noch nicht so weit, zu blühen. Wenn auch sie lila und weiß strahlen, ist das ganz bestimmt ein starkes Bild.

Wir folgen der Straße, die auf den letzten Metern vom Freedenbach begleitet wird. Der entspringt nur unweit der Schutzhütte am Georgsplatz, an dem wir kurz zuvor vorbei gekommen sind. Das klare, fröhlich plätschernde Wasser macht direkt Lust, die Wanderschuhe auszuziehen und die Füße hinein zu halten!

Wassertretbeck am Freeden
Wassertreten deluxe! Dem Wassertretbecken kann man nur schwer widerstehen.

Abkühlung und Stärkung

Glücklicherweise können wir – am Wanderparkplatz angekommen – ganz genau das tun. Denn hier gibt es eine wirklich schön gemachte, sehr saubere Wassertretstelle, die es gut und gerne mit so manchem Babybecken aufnehmen kann. Wir holen also das Handtuch aus dem Wagen, ziehen die schweren Wandertreter aus und kühlen unsere Füße im eiskalten Wasser des Freedenbachs. Herrlich!

Inzwischen ist es Mittagszeit und nach getaner Wanderung ist gut essen. Und gut essen wollen wir heute im Gasthaus Zum Freeden. Dazu gehen wir die gleichnamige Straße ein Stück bergauf und stehen schon nach wenigen hundert Metern am Gasthaus. Der Lorenz lacht und wir auch, denn so können wir es uns im schönen und geräumigen Biergarten gemütlich machen. Ein köstliches Mahl kreiert uns die Küche und ich kann die Medaillons vom Teutoburger Landschwein gefolgt von den Mousse-Variationen allerwärmstens empfehlen.

Mit Hermann nach Bad Iburg

Schloss Iburg mit dem Charlottensee
Schloss Iburg mit dem Charlottensee nimmt uns in Bad Iburg in Empfang.

Wer sich hernach ausreichend gestärkt für einen kleinen Anschluss-Trip fühlt, dem sei ein Besuch im malerischen Bad Iburg mindestens ebenso ans Herz gelegt wie das Teutoburger Landschwein. Die Innenstadt ist vom Wanderparkplatz leicht über den gut ausgeschilderten Hermannsweg zu erreichen. Nach gut einem Kilometer erreichen wir das Schloss im Herzen Bad Iburgs. Von hier aus haben wir einen sensationellen Blick auf das Umland und blicken auch zurück auf den Großen Freeden, der sich in einiger Entfernung vor uns auftürmt.

Weiter dem Hermannsweg folgend führt uns der Weg hinunter zum Charlottensee. Hier knickt der Hermannsweg in den Teuto ab und will zum Malepartus auf Lienener Grund und Boden. Dorthin würde uns auch der gleichnamige TERRA.track Malepartus führen. Das ist uns für heute zu weit, wir gönnen uns noch ein Eis, schauen uns noch die quirlige Fußgängerzone Bad Iburgs an und machen uns dann auf den Rückweg zum Wandermobil.

Warum will ich das wandern? Weil uns auf dem TERRA.track Freedenblüte eine Menge Abwechslung erwartet, die Frühblüher richtig Lust auf Frühling und Sommer machen und selbst das etwas angestaubte Wassertreten wieder zum Vergnügen wird.

Bewertung
Natur ★ ★ ★ ★
Ausblicke ★
Abwechslung ★ ★ ★ ★
Romantik ★ ★ ★
Blüten-Faktor ★ ★ ★ ★ ★

INFOS
Rundwanderweg, 7,8 km lang
Höhenmeter: 150 m
Gehzeit: 2,5 Stunden
Schwierigkeit: leicht-mittel
Start: Wander-Parkplatz an der Straße Zum Freeden

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About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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7 thoughts on “TERRA.track Freedenblüte in Bad Iburg

  1. Wird sind am selben Tag ebenfalls ein Teil der Strecke gelaufen. Meine Frau, meine 5 jährige Tochter und ich, sind ab Samstag den Hermannsweg über 3 Etappen von den Dörenther Klippen gelaufen. Die 3 Etappe hat uns am Montag von Bad Iburg nach Hilter geführt. Allerings sind wir nicht so früh, sondern erst gegen 9 Uhr gestartet, und konnten uns ebenfalls am Lechensporn und den Buschwindröschen erfreuen. Den idyllischen Rastplatz sind wir leider umgangen, da uns Koomot über die Bauernhöfe / Bauernschaft „in den Höfen“ geführt hat. Bei den Bildern kam beim mir gleich die Erinnerung an die einzelne Wegpunkte ins Gedächnis.
    Am schönsten fand ich allerdings die erste Etappe von den Dörenther Klippen bis Tecklenburg. Diese Strecke ist auf jeden Fall zu empfehlen.

    Zur Webseite:
    Bin auf diese Webseite / Wanderung durch einen Retweet gestoßen und werde diese jetzt dies Öfteren besuchen um Ideen für weitere Wanderungen zu erhalten. Habe die Webseite gleich in meinem Feedreader hinzugefügt. Finde gut das dieses Wanderblog auf einer eigenen Seite und nicht auf Internetportalen wie Facebook geführt wird. Freue mich in Zukunft über weitere Wanderberichte, weiter so!

  2. Lieber Lutz,
    vielen Dank für den Besuch hier und deinen Kommentar, der mich auf jeden Fall ermuntert, das noch recht junge Wanderlogbuch weiter auszubauen! Was den Hermannsweg angeht, stimme ich dir zu: Die schönste Etappe zumindest im nördlichen Abschnitt ist zweifellos die von Hörstel nach Tecklenburg, vorbei an den Dörenther Klippen. Mehr Highlights als auf dieser Strecke ist schwer machbar!

  3. Lieber ingmar, herzlichen Glückwunsch zu deinen routenbeschreibungen. Ich bin begeistert von dir und Meike als Wandervögel und Naturliebhaber mit dem Blick für die kleinen Schönheiten. Mir gefallen deine anschaulichen u liebevollen Darstellungen, die zugleich sehr präzise u damit hilfreich für alle unkundigen Wanderer sind. Respekt!!!

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