TERRA.track Alkenkuhle

Mystische Stimmung, eine alte Sage und eine unglaubliche Vielzahl an Steingräbern aus grauer Vorzeit – der TERRA.track Alkenkuhle bei Ankum hat ein ganz eigenes Ambiente und besonders Hobby-Archäologen und Geschichtsinteressierte werden ihre helle Freude an ihm haben. Rund 9,6 Kilometer ist der Weg in Form einer Acht lang und kommt fast ohne Höhenmeter aus.

Gleich zu Beginn unserer Tour auf dem TERRA.track Alkenkuhle treffen wir auf mehrere Großsteingräber.
Gleich zu Beginn unserer Tour auf dem TERRA.track Alkenkuhle treffen wir auf mehrere Großsteingräber.

Gräber aus der Bronzezeit

Ausgangspunkt unserer Erkundungstour auf dem TERRA.track Alkenkuhle ist der Wanderparkplatz am Golfclub Artland. Vom Parkplatz kommend halten wir uns links und biegen sogleich wieder links in den Wald ein. Hier treffen wir zu unserer Rechten auch schon direkt auf den ersten Grabhügel aus der Bronzezeit. Die Gräber auf unserem Weg durch das Giersfeld sind allesamt mit Info-Tafeln versehen, so dass wir sie kaum übersehen können und außerdem stets gut informiert werden.

Das Großsteingrab Grumfeld Ost liegt etwas verborgen im Wald an einem kleinen Seitenpfad.
Das Großsteingrab Grumfeld Ost liegt etwas verborgen im Wald an einem kleinen Seitenpfad.

Die Gräber stammen aus der 2.500 bis 1.000 vor Christus, wurden aber noch bis in die Zeit um Christi Geburt genutzt. Oftmals enthielten diese Grabhügel auch Beigaben in Form von kleinteiligem Goldschmuck. Schon im 19. Jahrhundert löste diese Erkenntnis ein regelrechtes Raubgräbertum aus. Wir hingegen sind nicht zum Graben sondern zum Wandern hier und setzen unsere Tour auf dem TERRA.track Alkenkuhle über den breiten Forstweg fort.

Auf diese kleinen Pfade links und rechts unseres TERRA.tracks Alkenkuhle sollten wir besonders achtgeben.
Auf diese kleinen Pfade links und rechts unseres TERRA.tracks Alkenkuhle sollten wir besonders achtgeben.

Gräber links und rechts des Weges

Wenig später zweigt ein kleiner Pfad vom Weg ab. Diesen kurzen Abstecher lassen wir uns nicht entgehen, denn er führt zum nächsten Grabhügel, das Großsteingrab Grumfeld Ost. Es stammt aus der Jungsteinzeit und war ursprünglich knapp 20 Meter lang. Heute sind von vielen der 16 Trag- und sechs Decksteinen nur noch Trümmer übrig.

Den Grabhügel mit Steinkiste nehmen wir natürlich genauer in Augenschein!
Den Grabhügel mit Steinkiste nehmen wir natürlich genauer in Augenschein!

Wir kommen kaum zum Wandern auf dem TERRA.track Alkenkuhle, denn gerade erst sind wir zurück auf dem Weg, da zieht es uns schon wieder nach rechts. Dort nämlich wartet ein Grabhügel mit gut erhaltener Steinkiste. Sechs etwa einen Meter hohe Findlinge formen diesen steinernen Sarg. Dieses Grab geht auf die Bronzezeit, etwa um 2.000 vor Christus, zurück.

Es folgt eine lange Gerade...
Es folgt eine lange Gerade…

Zum Goldhügel

Nun machen wir aber ein wenig Strecke. An der nächsten Kreuzung biegen wir nicht links ab, sondern gehen ca. 200 Meter weiter weiter und biegen dort beim Wegzeichen Alkenkuhle links ab, nach nach einigen hundert Metern erneut links und dann rechts und gehen nun leicht bergauf. Eine lange Gerade liegt vor uns. Fast zwei Kilometer gehen wir nun auf dem breiten Weg Richtung Norden. Dabei passieren wir die Wanderhütte „Zur Pausenbank“, die zugleich den Knotenpunkt unseres achtförmigen TERRA.tracks Alkenkuhle markiert.

Knotenpunkt auf dem TERRA.track Alkenkuhle ist diese hübsche Fachwerkhütte.
Knotenpunkt auf dem TERRA.track Alkenkuhle ist diese hübsche Fachwerkhütte.

Schließlich treffen wir auf die Straße Am Langen Esch. Wir biegen rechts ab und folgen ihr fast zwei Kilometer lang bis zum Rastplatz Am Goldhügel. Hier wartet eine luxuriöse Schutzhütte mit Picknickqualitäten auf uns. Wir stärken uns und biegen danach hinter der Hütte nach rechts in den Wald ab und folgen nun 1,5 Kilometer schmaleren Pfaden durch den Wald am Goldhügel.

"Tritt ein, du Wanderfreund", spricht diese Luxus-Schutzhütte zu uns. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen.
„Tritt ein, du Wanderfreund“, spricht diese Luxus-Schutzhütte zu uns. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen.

Großsteingrab Meyer

Wenn wir auf die asphaltierte Straße treffen, biegen wir nach rechts ab, folgen dann dem Forstweg und treffen wieder auf den Knotenpunkt unseres Weges. Wir gehen weiter geradeaus und jetzt trifft unser TERRA.track Alkenkuhle auch die beiden Fernwanderwege Hünenweg und den Bersenbrücker-Land-Weg. Und dann ist es wieder an der Zeit für eine kurze geschichtliche Exkursion.

Das Großsteingrab Meyer ist leider arg in Mitleidenschaft gezogen worden.
Das Großsteingrab Meyer ist leider arg in Mitleidenschaft gezogen worden.

Rechts von unserem TERRA.track Alkenkuhle zweigt ein kleiner Pfad ab, dem wir folgen. Er geleitet uns zum Großsteingrab Meyer. Es soll noch um 1900 das schönste und größte der Gräber auf dem Giersfeld gewesen sein. Doch die Zerstörungen des folgenden Jahrhunderts sind auch an ihm nicht spurlos vorübergegangen. Seine ursprüngliche Länge von ca. 26 Metern wird nur noch durch die Größe der Mulde erkennbar, in der die Kammersteine gestanden haben. Die ehemals mindestens 16 Decksteine sind ganz beseitigt oder durch Sprengungen vollständig zerkleinert worden.

Zum Großsteingrab Reincke führt uns der nächste schmale Pfad.
Zum Großsteingrab Reincke führt uns der nächste schmale Pfad.

Gräber Reincke und Rickelmann

Nur ein kurzes Stück setzen wir unseren Weg auf dem TERRA.track Alkenkuhle fort, dann zieht es uns schon wieder in einen kleinen moosbewachsenen Seitenpfad. Nach etwa hundert Metern führt er uns zum Großsteingrab Reincke. Der Name verweist – wie auch beim vorigen Grab – auf den vormaligen Besitzer des Grundstücks zur Zeit der ersten wissenschaftlichen Erfassung der Anlage. Das Grab lässt trotz des Fehlens aller Decksteine die ursprüngliche Bauweise und Art der Anlage noch gut erkennen.

Hier ist die ursprüngliche Anlage noch gut erkennbar.
Hier ist die ursprüngliche Anlage noch gut erkennbar.
Das weckt freilich den Hobby-Archäologen im Wanderer!
Das weckt freilich den Hobby-Archäologen im Wanderer!

Zurück auf dem TERRA.track Alkenkuhle folgen wir dem gradlinigen Weg weiter und treffen in direkter Nachbarschaft einer weiteren Schutzhütte die nächste Grabanlage. Rickelmann II. Es macht erkennbar, dass den Erbauern daran gelegen war, ein gut sichtbares Zeichen zu setzen. Deswegen erbauten sie das Grabmal auf einer hügelartigen Anhöhe. Die Reste sind heute noch sehr gut erkennbar.

Reich an Gräbern und Schutzhütten ist der TERRA.track Alkenkuhle!
Reich an Gräbern und Schutzhütten ist der TERRA.track Alkenkuhle!
Rickelmann II liegt vor uns auf einer Anhöhe direkt am Wegesrand.
Rickelmann II liegt vor uns auf einer Anhöhe direkt am Wegesrand.

Abschluss am mächtigsten Grab

Unser TERRA.track Alkenkuhle erreicht nun die Straße Zum Golfplatz und führt uns noch an zwei weiteren Großsteingräbern vorbei. Wieder etwas abseits des Weges liegen die mächtigen Findlinge von Rickelmann I am Waldrand nahe einem Wohnhauses. Das Finale bildet dann das imposante Grab Grumfeld West direkt am Golf-Restaurant Im Giersfeld.

g hier dereinst ein König begraben? Das mächtige Großsteingrab bot schon immer Anlass zu Legendenbildung. Für uns ist es der Abschluss der Wanderung auf dem TERRA.track Alkenkuhle.
Lag hier dereinst ein König begraben? Das mächtige Großsteingrab bot schon immer Anlass zu Legendenbildung. Für uns ist es der Abschluss der Wanderung auf dem TERRA.track Alkenkuhle.

Die größte Grabanlage im Giersfeld besteht aus zwei unmittelbar hintereinander liegenden separaten Grabkammern, die jede für sich als stattliches Großsteingrab gelten könnten. Dass aber beide Kammern zusammengehören, wird durch die Art der Umfassung deutlich. Diese aus kleineren Steinen gebildete Begrenzung des Grabbereichs bildet ein großes, langgezogenes Oval, das beide Kammern eng umschließt. Aufgrund der Mächtigkeit der hoch aufragenden Decksteine wurde von diesem Grab bis weit in das 20. Jahrhundert hinein erzählt, dort läge ein König begraben.

Der Kreis kleinerer Steine, die die beiden Kammern umschließen ist ebenfalls gut erhalten.
Der Kreis kleinerer Steine, die die beiden Kammern umschließen ist ebenfalls gut erhalten.

Warum will ich das wandern? Wer geschichtlich interessiert ist, wird auf dem TERRA.track Alkenkuhle gut und gerne einen ganzen Tag zubringen können. Doch auch, wer lieber wandert als ins Museum zu gehen, kann hier ein paar durchaus lehrreiche und interessante Stunden verbringen. Und wo sonst können wir einen Museumsbesuch unter freiem Himmel mit einer Wanderung verbinden?!

Bewertung
Natur ★ ★ ★  
Ausblicke ★
Abwechslung ★ ★ ★  
Romantik ★ ★
Gräber-Faktor ★ ★ ★ ★ ★

INFOS
Rundwanderweg, 9,6 km lang
Höhenmeter: ca. 50 m
Gehzeit: 2,5 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Start: Wanderparkplatz am Golfclub Artland (Fürs Navi: Zum Golfplatz 23, 49577 Ankum)

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Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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