TERRA.track Kellenberg in Melle

Murmelnde Bäche, stille Waldpfade, Kaskaden-Wasserfälle, eine urig-rustikale Hütte und Saurierspuren – der TERRA.track Kellenberg bei Barkhausen und Melle ist top! Er hat sich auf Anhieb in meinen ganz persönlichen Premiumweg-Reigen vorgearbeitet. Gerade mal neun Kilometer ist er lang und mit 200 Höhenmetern und sehr viel Abwechslung auch für eine Wanderung mit Kindern prima geeignet.

Wir beginnen unsere Tour auf dem TERRA.track Kellenberg am Wanderparkplatz Huntetalstraße zwischen Barkhausen und Melle-Buer. So haben wir die Einkehrmöglichkeit auf halber Strecke und mit den Saurierfährten in Barkhausen zum Schluss nochmal ein echtes Highlight.

Info-Tafel am Wanderparkplatz Huntetalstraße mit der Wegstrecke TERRA.track Kellenberg
Am Wanderparkplatz Huntetalstraße starten wir unsere Tour auf dem TERRA.track Kellenberg.

Waldlehrpfad und Wittekindsweg

Am Wanderparkplatz nimmt uns zunächst der blauweiß markierte Zuweg in Empfang. Er folgt hier auch einem wahnsinnig ambitionierten Waldlehrpfad. Sage und schreibe 115 Info-Tafeln umfasst dieser. Das ist etwas viel, wenn man auch noch zwei bis drei Meter wandern möchte. Doch trotzdem ist er beeindruckend angelegt. Denn eigens dafür wurden hier alle erdenklichen Arten Bäume am Wegesrand gepflanzt. Wer sein botanisches Wissen etwas aufpimpen will, kann das hier auf die anschaulichste Weise tun.

Schild mit Übersichtskarte des Waldlehrpfades
Ein gutes Stück begleiten wir gleich zu Beginn auf dem TERRA.track Kellenberg auch den ambitionierten Waldlehrpfad.

Der Zuweg führt uns schnurstracks hinauf auf den Kamm des Wiehengebirges und erfahrene Wanderer wissen, was das heißt: Natürlich treffen wir, oben angekommen, den Wittekindsweg. Der beginnt auf dem Osnabrücker Marktplatz und führt dann über den gesamten Kamm des Wiehengebirges bis zur Porta Westfalica. Nach einem längeren Dornröschenschlaf scheint auch der Sachsenherzog wieder zu erwachen. Denn die inzwischen völlig vermoderten Markierungen sind nun endlich durch neue ersetzt worden.

An diesem Rastplatz begegnen wir zum ersten Mal dem Wittekindsweg.

Am Großen Kellenberg

Wir hingegen können uns nun an den rot-weißen Markierungen vom TERRA.track Kellenberg orientieren. Dennoch begleiten wir den Wittekindsweg nun nach rechts gehend ein ganzes Stück. Und das ist auch gut so. Denn er präsentiert sich in diesem Abschnitt abwechslungsreich, die Wege sind mal breiter, dann nur schmale Pfade, doch immer reizvoll.

Die rot-weißen Markierungen des TERRA.track Kellenberg geleiten uns sicher. Rechts im Bild die rotweiße Markierung des Wittekindsweges.
Die rot-weißen Markierungen des TERRA.track Kellenberg geleiten uns sicher. Rechts im Bild die rotweiße Markierung des Wittekindsweges.

Dabei geht es immer weiter bergauf, denn wir erklimmen nun den Hang des Großen Kellenbergs. Erst nach knapp zwei Kilometern biegt unser TERRA.track Kellenberg nach rechts ab und führt uns nun auf die Bauernschaft Thörenwinkel zu. Am Waldrand angekommen haben wir einen schönen Blick über die sanften Weiden und Felder und vereinzelte Fachwerkhäuser. An ebensolchen gehen wir nun auch noch ein Stück weiter bis wir auf die Kellenbergstraße treffen.

Weitblick mit einigen Häusern von Thörenwinkel im Vordergrund.
Weitblick mit einigen Häusern von Thörenwinkel im Vordergrund.

Zeit für einen Abstecher

Ihr müssen wir nun leider ein kleines Stück nach links folgen. Das ist nicht ganz ohne, denn wir gehen hier in einem kurvigen Abschnitt und die Autos, die von oberhalb kommen, werden nicht selten von kleinen Formel-Eins-Fahrern bedient. Wir retten uns hinüber bis zum Wanderparkplatz Grüner See.

Weg entlang eines Bachlaufs mit drei Wanderern
Dieser Weg führt uns – leicht abweichend vom TERRA.track Kellenberg – geradewegs zum Grünen See.

Grüner See, Wasserfälle und Jürgens Hütte

Schon nach knapp 200 Metern treffen wir nun auf den Namensgeber des Wanderparkplatzes, den Grünen See. Und der ist tatsächlich erstaunlich grün. Auf recht gesunde Art und Weise übrigens. Und hier bekommen wir nun fast eine Überdosis Idylle. Der kleine Bachlauf sprudelt fröhlich in den See und nur wenige Schritte weiter trauen wir unseren Augen kaum: Kaskadenförmig ergießen sich hier mehrere kleine Wasserfälle den Felshang hinunter!

Links der grüne See, rechts oben die Wasserfälle und rechts unten der Bachlauf.
Links der grüne See, rechts oben die Wasserfälle und rechts unten der Bachlauf.

Irgendwann müssen wir uns aber von diesem Spektakel lösen und steigen die Treppe am Grünen See hinauf. Oben erwartet uns eine kleine Holzhütte und darin Hüttenwirt Jürgen. Eine Bratwurst, Kuchen, heißen Kaffee und kalte Getränke können wir hier bekommen und an kälteren Tagen können wir uns hier auch lecker aufwärmen, denn im Ofen prasselt ein wärmendes Feuer. In der gemütlichen Atmosphäre könnten wir fast vergessen, dass wir nicht auf einer Almhütte, sondern „nur“ im Wiehengebirge unterwegs sind.

Blick in die Hütte: Drei Wanderer am Tisch, im Hintergrund der prasselnde Ofen
Gemütlich ist’s bei Jürgen!

An der Nordflanke des Kellenbergs

Anschließend gehen wir nach links über die Straße und sind auch schon wieder auf unserem TERRA.track Kellenberg, dem wir nun nach rechts den Hang aufwärts folgen. Auf einen kurzen Waldabschnitt folgen dann lichtere Wege und wir bekommen viel Sonne. Der Weg knickt nach rechts ab und nun gehen wir entlang der Nordflanke des Kellenbergs.

Breiter Waldweg mit lichtdurchfluteten Baumwipfeln
Bewaldete und lichtere Abschnitte wechseln sich nun ab.

Bald gesellen sich immer wieder kleinere Bachläufe zu unserem TERRA.track Kellenberg und sorgen dafür, dass es auch weiterhin idyllisch bleibt. Bald treffen wir auch auf den Waldlehrpfad wieder und schließlich gerät zwischen den Bäumen hindurch auch das Örtchen Barkhausen in unseren Blick.

Bachlauf am Wegesrand
Kleine Bachläufe am Wegesrand lassen unseren TERRA.track Kellenberg nicht langweilig werden.

Zu den Saurierfährten

Wenn wir die Huntetalstraße bereits sehen können, ist es Zeit für den nächsten Abstecher. Wir verlassen noch einmal unseren TERRA.track Kellenberg und gehen zur Straße, folgen ihr ein kleines Stück nach links über den Parkplatz. Wir queren die Straße und sogleich auch das Flüsschen Hunte und folgen der Ausschilderung zu den Saurierfährten.

Skulptur eines Dinosauriers am Eingang zu den Saurierfährten
Ein großer Dino nimmt uns in Empfang…

Als an dieser Stelle 1921 die Arbeiter eines Steinbruchs das Geröll beiseite räumten, staunten sie nicht schlecht: Riesige Fußabdrücke sahen sie in der sich steil aufrichtenden Felswand. Fußabdrücke von mindestens elf Dinosauriern, die hier vor – festhalten – vermutlich rund 150 Millionen Jahren über eine kurzzeitig überflutete Sandbank trabten. Die Sandbank versteinerte und konservierte so die Abdrücke der Saurier.

Drei Wanderer sehen auf die Saurierfährten
Erdgeschichte auf Augenhöhe – die Saurierfährten von Barkhausen.

Heute stehen hier auch zwei riesige Dinos und nehmen den Wanderer in Empfang, viele Info-Tafeln vermitteln und das wichtigste Wissen über die Saurierfährten und ihren Hintergrund. Die Spuren sind inzwischen mit einem Dach vor der Witterung geschützt. Über einen Saurier-Rundweg könnten wir nun noch die nähere Umgebung erkunden. Doch 16 zusätzliche Kilometer wäre vielleicht doch ein bisschen zu viel des Guten…

Zweite Dino-Skulptur bei den Saurierfährten
Ein zweites Exemplar wirkt recht angriffslustig…

Zurück zum TERRA.track Kellenberg

Wir gehen zurück zu unserem TERRA.track Kellenberg und müssen noch ein letztes Mal ganz anständig Höhenmeter leisten. Dann erreichen wir den Punkt für den nächsten und letzten Abstecher. Der ist etwas schwierig zu finden. Ein Wegweiser „Aussichtspunkt“ lag bei unserem Besuch dort am Boden. Augen offen halten ist also angezeigt.

Ein schmalerer Pfad führt uns nach rechts zum Aussichtspunkt.
Ein schmalerer Pfad führt uns nach rechts zum Aussichtspunkt.

Denn hier zweigt ein kleiner Weg nach rechts von unserem TERRA.track Kellenberg ab. Weit laufen müssen wir nicht, nach gerade mal gut 100 Metern erreichen wir die Aussichtsmöglichkeit mit Bank und Tisch und Blick auf das „Kirchspiel Buer“. Etwa 145 über N.N. sind wir hier und durch das hügelige Land zu unseren Füßen führte früher eine wichtige Handelsstraße. Gut zu erkennen ist auch die Kirche, die wegen ihres 65 Meter hohen Turms auch „Bleistift“ genannt wird.

Aussichtspunkt Kirchspiel Buer mit zwei Wanderer am Rastplatz
Bei unserem Besuch war es einigermaßen diesig und leider nicht viel zu sehen. Dennoch ein schöner Platz und den kleinen Abstecher allemal wert!

Zurück zum Parkplatz

Zurück auf unserem Weg ist es nun nicht mehr weit, bis wir wieder auf den Waldlehrpfad treffen, der uns eingangs schon bergauf geführt hat. Ihm folgen wir nun wieder bergab und erreichen nach gut 500 Metern wieder den Wanderparkplatz und bedanken uns artig beim TERRA.track Kellenberg für diese, wunderbaren Wandertag.

Warum will ich das wandern? Weil es nicht nur im Teutoburger Wald schön ist, sondern auch das Wiehengebirge mit vielen Reizen aufwartet. Und mehr auf einen Streich als bei dieser Tour werden wir selten geboten bekommen.

Bewertung
Natur ★ ★ ★ ★ ★   
Ausblicke ★ ★ ★  
Abwechslung ★ ★ ★ ★ ★  
Romantik ★ ★ ★ ★ 
Dino-Faktor ★ ★ ★ ★ ★  

INFOS
Rundwanderweg, 9,3 km lang
Höhenmeter: 232 m
Gehzeit: 3 Stunden
Schwierigkeit: mittel
Start: Wanderparkplatz Huntetalstraße

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Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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