Hermannsweg Etappe 1: Rheine – Hörstel

Wir starten unsere Wanderung auf einem der bekanntesten Höhenwege Deutschlands: Der Hermannsweg Etappe 1 führt uns von Rheine nach Hörstel auf rund 19 Kilometern. Für einen Höhenweg reichlich untypisch: Wir wandern auf Etappe 1 beim Hermannsweg gerade mal 40 Meter auf und ab. Besonders sportlich geht es also noch nicht zu. Doch zum Start der Wandersaison oder als Warm-Up für die nächsten Etappen auf dem Hermannsweg reicht uns das allemal.

Für www.muensterland.de bin ich den Hermannsweg Etappe 1 auch schon mit der Kamera gelaufen. Das hier ist dabei heraus gekommen:


Wer mit der Bahn anreist, hat es leicht. Denn der Hermannsweg startet direkt am Bahnhof der größten Stadt des nördlichen Münsterlandes. 76.000 Einwohner zählt die Stadt an der Ems. Der Hermannsweg führt uns zunächst in ihr Zentrum, auf den Borneplatz. Der wird umrandet von hübschen Bürgerhäusern, einigen Cafés und der prächtigen Kirche St. Dionysius.

Wandern entlang der Ems

Hermannsweg an der Ems
Der Hermannsweg Etappe 1 führt uns entlang der Ems aus Rheine heraus.

Nach gut 700 Metern erreichen wir die Ems. Gut 1,5 Kilometer begleiten wir sie nun auf ihrem Weg durch die Stadt und ganz langsam auch aus der Stadt heraus. Nachdem wir zur Linken auch einen alten Arm des Flusses gesehen haben, führt uns der Hermannsweg zur anderen Seite der Ems. Etwas unschön ist die Streckenführung auf den nächsten rund 600 Metern, denn es geht durch Siedlungsgebiet und über Straßen.

Dann aber zeigt sich der Hermannsweg wieder von seiner gefälligeren Seite und führt auf einem kleinen Pfad zunächst durch eine Wiese und dann durch ein kleines verwunschenes Wäldchen. Das Licht dringt durch Wipfel der Bäume hinab auf unseren sich durch das Gründ windenden Weg und wir atmen tief durch. Der Abschnitt, der nun folgt, erinnert dem Namen nach ein wenig an Karl May

Hermannsweg
Durch ein kleines Wäldchen führt uns der Hermannsweg.

Ins Wilde Weddenfeld

Wanderweg
Schnurgerade verläuft der Hermannsweg auf Etappe 1 durch das Wilde Weddenfeld.

Denn nun geht es durch die Gellendorfer Mark und hernach durch das Wilde Weddendfeld. Dabei handelt es sich um einen heute nahezu vollständig bewaldetes Binnendünengebiet. Ganz in der Nähe befindet sich auch ein Übungsgelände der Bundeswehr, das jedoch nur noch eher selten genutzt wird. Uns sollte das im Idealfall nicht beeinträchtigen. Wir können, falls nicht gerade Krieg geübt wird, die Ruhe und die Weitläufigkeit der Landschaft und der Natur genießen. Nach einem kleinen Schlenker durch die Bauernschaft Heine erreichen wir das Wilde Weddendfeld.

Vor allem Birken und Kiefern säumen hier unseren Weg, was auf den sandigen Untergrund zurück zu führen ist. Im Sommer und an besonders von Kiefern bewaldetem Gebiet saugen wir die Luft tief ein. Ein unbeschreiblicher, harziger Duft, der uns träumen lässt und ein wenig an mediterrane Pinienhaine erinnert. Hier und da entdecken wir sogar Stechpalmen am Wegesrand. Fast drei Kilometer lang führt uns der Hermannsweg nun durch Gebiet, dessen Namen uns immer noch an jeder Ecke Kara Ben Nemsi erwarten lässt. Oder wenigstens Hadschi Halef Omar.

Ortskern Bevergern
Das schmucke Bevergern nimmt uns kurz vor Ende von Etappe 1 auf dem Hermannsweg in Empfang.

Dorfidylle in Bevergern

Levedags Mühle
Levedags Mühle im Ortskern von Bevergern

Auch wenn diese Begegnung höchstwahrscheinlich ausbleiben wird, verlassen wir ziemlich zufrieden das schöne Weddenfeld nach Norden und erreichen das Naturschutzgebiet Saltenwiese. Ein kleines Stückchen nimmt uns noch die Bevergerner Aa an die Hand und führt uns in das pittoreske Örtchen Bevergern. Es gehört zum Stadtgebiet Hörstel, ist aber als eigenständiges Dorf zu sehen.

Es lohnt sich, sich hier ein wenig umzusehen. Der hübsche Ortskern mit vielen Fachwerkbauten, der idyllische Dorfteich, die vielen kleinen Pättkes und natürlich das ein oder andere kleine Café warten nur auf uns. Auch das Heimathaus ist einen Besuch wert. Nicht zu vergessen Levedags Mühle, die zwar nicht besichtigt werden kann, aber auch von außen schon ein Augenschmaus ist.

Dortmund-Ems-Kanal
Ende Hermannsweg Etappe 1 – es geht nochmal fix über den Dortmund-Ems-Kanal.

Abschluss und Anschluss

Im Anschluss führt uns der Hermannsweg zum Ende der Etappe 1 noch über den Dortmund-Ems-Kanal. Hier endet diese Etappe im Prinzip ein wenig im Nirgendwo. Wenn wir aber der Westfalenstraße noch ein wenig weiter folgen, erreichen wir Hörstel. Hier gibt es einen Bahnhof und direkt daneben auch eine Gaststätte, in deren Biergarten wir auf den Zug warten können.

Ohrwurm für diese Wanderung: Start me up

Bewertung
Natur ★ ★ ★
Ausblicke ★
Abwechslung ★ ★ ★ ★
Romantik ★ ★
Karl-May-Faktor ★ ★ ★ ★ ★

INFOS
Fernwanderweg, 19 km lang
Gehzeit: 5 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Start: Bahnhof Rheine

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About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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