TERRA.track Süntelstein

Tief in den Wäldern nördlich der Ortschaft Vehrte steht ein gewaltiger Monolith von nahezu vier Metern Höhe: der Süntelstein. Nach ihm ist unsere heutige Wanderroute, der TERRA.track Süntelstein, benannt. Rund zehn Kilometer lang ist die Strecke, gerade mal 100 Höhenmeter erwarten uns.

Tonnenschwerer Namensgeber der Tour: der Süntelstein liegt gleich zu Beginn am Weg unseres TERRA.tracks.
Tonnenschwerer Namensgeber der Tour: der Süntelstein liegt gleich zu Beginn am Weg unseres TERRA.tracks.

Wir starten unsere Tour auf dem TERRA.track Süntelstein auf dem Wanderparkplatz am Bergquerweg, der Verlängerung der Vehrter Bergstraße. Direkt gegenüber dem Parkplatz führt uns der Süntelsteinweg in den Wald, die rotweißen Markierungen des TERRA.track leiten uns sicher auf unserer Wanderung.

Am Süntelstein

Nach rund 700 Metern biegen wir rechts ab und erreichen schon jetzt den Namensgeber unserer Tour, den Süntelstein. Das Gesicht, das dem massiven, 30 Tonnen schweren Granitblock verpasst wurde, blickt uns grimmig an. Oder verschmitzt? Das ist schwer zu sagen. Schwer zu sagen auch, was es genau mit ihm auf sich hat.

Wir studieren die Info-Tafel zum Süntelstein, während wir von diesem argwöhnisch beäugt werden. Komisches Gefühl...
Wir studieren die Info-Tafel zum Süntelstein, während wir von diesem argwöhnisch beäugt werden. Komisches Gefühl…

Der weit über die Grenzen des Osnabrücker Landes bekannte Süntelstein dürfte in der jüngeren Steinzeit kultischen Zwecken gedient haben. Er erinnert an die z. B. in der Bretagne häufig anzutreffenden Menhire. Ungesichert ist die Existenz des ihn umgebenden Steinkranzes und weiterer nahegelegener Megalithbauten. Auf der Tour durch das Steinerne Meer können wir davon noch mehr entdecken.

Bei herbstlichem Wetter und leichtem Nebel bekommt der Nadelwald eine ganz eigentümliche Atmosphäre...
Bei herbstlichem Wetter und leichtem Nebel bekommt der Nadelwald um den Süntelstein eine ganz eigentümliche Atmosphäre…

Wegmarkierung oder Teufelswerk?

Der Name leitet sich ab von dem einst als „Süntel“ (Gebirgszug im Süden) bezeichneten Wiehengebirge, in dem wir uns befinden. Der Ortsname Vehrte übrigens deutet auf „fahren“ hin, der hier gelegene „Gattberg“ bedeutet so viel wie „Berg der Durchfahrt“ und mit dem Bremer Heerweg führt hier eine alte Handelsroute vorbei. Gut vorstellbar also, dass wir uns gerade auf einer urgeschichtlichen Verkehrslinie bewegen, an der der Megalith als gut sichtbare Wegmarkierung diente.

Urgeschichtlicher Verkehrsweg? Gut möglich, meinen die Sprachforscher.
Urgeschichtlicher Verkehrsweg? Gut möglich, meinen die Sprachforscher.

Der Süntelstein fand sogar Eingang in die Deutsche Sagen von Jacob und Wilhelm Grimm: „Bei Osnabrück liegt ein uralter Stein, dreizehn Fuß aus der Erde ragend, von dem die Bauern sagen, der Teufel hätte ihn durch die Luft geführt und fallen lassen. Sie zeigen auch die Stelle daran, in welcher die Kette gesessen, woran er ihn gehalten, nennen ihn den Süntelstein.“ Eine Sage zum Süntelstein gibt es freilich auch.

Weiter auf dem TERRA.track Süntelstein

Es gäbe noch viel mehr zum Süntelstein und den ihn umgebenden Geschichten und Legenden zu sagen und zu wissen, aber uns zieht es nun tiefer in den Wald, denn ganz viel haben wir von unserer Strecke auf dem TERRA.track Süntelstein ja noch gar nicht geschafft!

So schmal wie hier sind unsere Wege auf dem TERRA.track Süntelstein eher selten.
So schmal wie hier sind unsere Wege auf dem TERRA.track Süntelstein eher selten.

Über teils breite, teils schmale Pfade geht es weiter durch den Nadelwald. Wir sind nun auch auf dem Wittekindsweg unterwegs, treffen auf den Power Weg und biegen rechts ab. Auf einem kleinen Pfad neben der Straße setzt sich unser Weg fort, dann biegen wir wieder nach links in den Wald ein.

Auf breiten Forstwegen

Nach etwa 1,5 Kilometern verlassen wir den Wald, treffen auf die Hunteburger Straße und folgen ihr nach links. Nach einem knappen Kilometer führt uns der TERRA.track Süntelstein wieder nach links in den Wald und weiter auf breiten Forst- und Wirtschaftswegen. An der Vehrter Hütte biegen wir nach rechts ab und sind nun wieder auf dem Wittekindsweg unterwegs.

Wenn wir uns dem Schaugarten und dem Atelier nähern, treffen immer öfter auf naturverbundene Kunstwerke...
Wenn wir uns dem Schaugarten und dem Atelier nähern, treffen immer öfter auf naturverbundene Kunstwerke…

Über breitere Waldwege erreichen wir nach rund einem Kilometer die Straße Vor dem Bruche, der wir nach links folgen. Es folgt ein kleines Stück durch den Wald, dann erreichen wir den Knäuper Weg und halten uns links. Wir passieren einen Schaugarten und das Atelier Hamann und erreichen eine Kreuzung. Diese überqueren wir und gehen auf der gegenüberliegenden Seite dem kleinen Pfad folgend in den Wald. Wenig später erreichen wir den wieder den Süntelsteinweg, der uns zurück zum Wanderparkplatz und damit zum Ende unserer Tour auf dem TERRA.track Süntelstein führt.

Ein wenig Blair Witch Project liegt in der Luft...
Ein wenig Blair Witch Project liegt in der Luft…

Warum will ich das wandern? Die überwiegend breiten Forst- und Wirtschaftswege, ergänzt von Straßen und Schotterwegen bieten dem verwöhnten Wanderer nur mäßig viel Abwechslung. Am Besten im Herbst und bei leichtem Nebel wandern – dann entfaltet der Wald hier eine ganz eigene Atmosphäre und dann passt auch der etwas gruselige Süntelstein perfekt ins Bild!

Bewertung
Natur ★ ★ ★  
Ausblicke ★
Abwechslung ★ ★  
Romantik ★
Blair-Witch-Faktor ★ ★ ★ ★

INFOS
Rundwanderweg, 10,4 km lang
Höhenmeter: ca. 100 m
Gehzeit: 3 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Start: Parkplatz am Bergquerweg (Fürs Navi: Vehrte Friedhof und dann noch wenige hundert Meter geradeaus weiterfahren)

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About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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