TERRA.track Penter Egge

Rund zwölf Kilometer lang ist der TERRA.track Penter Egge und wartet auch gerade mal mit rund 80 Höhenmetern auf. Auf der Karte sieht er nach einem ziemlich langweiligen Dreieck mit langen Geraden aus. Lassen wir uns nicht von der Kartenlage täuschen und geben ihm eine Chance. Denn das lohnt sich auf jeden Fall!

Die rotweiße Markierung ist auf dem TERRA.track Penter Egge vorbildlich und geleitet uns sicher. Mehrfach begegnen wir auch dem Bersenbrücker Land Weg sowie dem Hünenweg.
Die rotweiße Markierung ist auf dem TERRA.track Penter Egge vorbildlich und geleitet uns sicher. Mehrfach begegnen wir auch dem Bersenbrücker Land Weg sowie dem Hünenweg.

Am Osnabrücker Stichkanal

Wir starten unsere Erkundungstour auf dem TERRA.track Penter Egge auf dem Wanderparkplatz Pente nahe dem Zusammentreffen von Osnabrücker Stichkanal und Mittellandkanal. Wir folgen der rotweißen Ausschilderung in Richtung des Kanals, den wir schon nach gut einer Minute erreicht haben. Hier halten wir uns rechts und folgen zunächst dem Osnabrücker Stichkanal.

 Das erste Stück auf dem TERRA.track Penter Egge folgt dem Osnabrücker Stichkanal.
Das erste Stück auf dem TERRA.track Penter Egge folgt dem Osnabrücker Stichkanal.

Der ist rund 14,5 Kilometer lang und verbindet als künstliche Wasserstraße den Mittellandkanal mit dem Osnabrücker Stadthafen. Er wurde zwischen 1910 und 1915 errichtet und verläuft mit einem maximalen Abstand von etwa einem Kilometer weitgehend parallel zur nicht schiffbaren Hase. Der Wasserweg dient vor allem dem Abtransport von Steinen aus dem Piesberg und der Versorgung der Stadt mit Mineralölen. Gleich zwei Schleusen müssen die Schiffe auf ihrem Weg nach Osnabrück übrigens passieren.

Vor uns liegt der Treffpunkt von Stichkanal und Mittellandkanal.
Vor uns liegt der Treffpunkt von Stichkanal und Mittellandkanal.

Entlang der belebten Wasserstraße

Wir hingegen setzen unseren Weg auf dem TERRA.track Penter Egge in Richtung Mittellandkanal und somit Osnabrück abgewandt fort. Bald erreichen wir die zweite Wasserstraße. Hier geht es auch gleich wesentlich lebhafter zu, denn der über 340 Kilometer lange Kanal ist auch heute noch eine viel befahrene Wasserlinie. Er verbindet den Dortmund-Ems-Kanal mit Weser, Elbe und dem Elbe-Havel-Kanal. Im weiteren Sinne ist er Teil einer Verbindung zwischen Rhein und Oder. Sein Bau wurde übrigens mit dem preußischen Wassergesetzes vom 1. April 1905 beschlossen.

Auf dem Mittellandkanal ist schon deutlich mehr Schiffsverkehr zu beobachten.
Auf dem Mittellandkanal ist schon deutlich mehr Schiffsverkehr zu beobachten.

Fast drei Kilometer gehen wir nun am Kanal entlang. Wegen des Schifffahrtsbetriebs, der vielen Radfahrer und Angler wird es dabei aber nie wirklich langweilig. Nur an Tagen mit prallem Sonnenschein und hohen Temperaturen könnte dieser Abschnitt – mehr noch aber der folgende – etwas kräftezehrend sein. Nutzen wir ruhig auch eine der Bänke am Kanalufer für eine kurze Pause, es folgen ihrer nicht mehr viele.

Der Bramscher Hafen gerät in unseren Blick, der TERRA.track Penter Egge biegt nach rechts ab.
Der Bramscher Hafen gerät in unseren Blick, der TERRA.track Penter Egge biegt nach rechts ab.

Ländliche Atmosphäre

Wenn wir zur Linken auf der gegenüberliegenden Seite die Gebäude des Bramscher Hafens erspähen, heißt es Abschied nehmen vom Kanal. Denn dann biegt der TERRA.track Penter Egge nach rechts ab, folgt ein kleines Stück der Straße Am Mittellandkanal nach links und führt uns dann geradeaus weiter in die Straße Am Stroher Feld. Nun folgt quasi der zweite Schenkel des Dreiecks und der ist nun in der Tat eine ziemlich lange Gerade, die sich über Teile ein wenig ziehen kann. Wer aber weniger nach vorne und mehr nach links und rechts in die Wiesen, Weiden und Felder schaut, der kann aus der Not auch eine Tugend machen und die ländliche Atmosphäre genießen.

Zunächst auf Asphalt, dann auf Schotter, dann auf Plattenwegen führt uns der TERRA.track Penter Egge auf dem zweiten Drittel durch ländliche Idylle.
Zunächst auf Asphalt, dann auf Schotter, dann auf Plattenwegen führt uns der TERRA.track Penter Egge auf dem zweiten Drittel durch ländliche Idylle.

Da am Ende der zwei Kilometer langen Geraden eine Reithalle auf uns wartet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir hier Pferden und Kutschen begegnen, recht hoch. An der Reithalle angekommen biegt unser TERRA.track Penter Egge nach rechts ab in Richtung des Waldes und führt uns nun sachte bergauf zur Schleptruper Egge. Das ist im Übrigen auch die eigentliche Bezeichnung für den Hügelzug, den wir jetzt erklettern.

Dieser Abschnitt eignet sich besonders gut dafür, nach links und rechts zu schauen....
Dieser Abschnitt eignet sich besonders gut dafür, nach links und rechts zu schauen….

Auf der Egge zu Penterknapp

Wir passieren eine Schranke und erreichen eine Kreuzung, an der wir uns rechts halten. Ab hier geht es auf breiten Forstwegen durch den ansonsten schönen, stillen Wald. Erst an der Wanderhütte des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche e.V. hätten wir das erste Mal seit dem Kanal wieder Möglichkeit zur Rast. Wer also nicht gefrühstückt hat, der ist wie gesagt gut beraten, schon eine der vielen Bänke entlang des Kanals zu nutzen, um eine Stärkung zu sich zu nehmen.

Langsam und ohne Anstrengung geht es auf die Egge - ganz gleich ob wir sie nun Penter oder Schletruper Egge schimpfen wollen.
Langsam und ohne Anstrengung geht es auf die Egge – ganz gleich ob wir sie nun Penter oder Schletruper Egge schimpfen wollen.
Auch auf dem Höhenzug wird der TERRA.track Penter Egge vom Hünenweg begleitet. Und von uns natürlich!
Auch auf dem Höhenzug wird der TERRA.track Penter Egge vom Hünenweg begleitet. Und von uns natürlich!
Die einzige Rastmöglichkeit auf dem Höhenzug ist die kleine schmucke Waldhütte.
Die einzige Rastmöglichkeit auf dem Höhenzug ist die kleine schmucke Waldhütte.

Schließlich erreichen wir die B68, überqueren sie via Brücke und erreichen auf der anderen Seite die Gaststätte Penterknapp. Die blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Ursprünglich als Rast für Kutscher und Pferde gedacht, wurde das Haus 1890 in ein Gasthaus umgewandelt. 1907 wurde es nach einem Brand wiederaufgebaut, Teile des Gebäudes entstanden in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, mehrere Umbauten folgten, zuletzt kam 1998 ein Hotel- und Saalneubau dazu.

Wir lassen uns aber nicht zu sehr von dem großen Bau ablenken, denn wir müssen unseren TERRA.track Penter Egge gut im Blick behalten. Er biegt kurz vor Penterknapp heimlich nach rechts ab in den Wald. Natürlich folgen wir ihm unauffällig! Und ab hier bekommt die Tour nun einen völlig anderen Charakter und wird vollends zauberhaft.

Hinter der Gaststätte Penterknapp geht es wieder in den Wald.
Hinter der Gaststätte Penterknapp geht es wieder in den Wald.
Hier ändert der TERRA.track Penter Egge ein weiteres Mal sein Gesicht - sehr zu unserem Wandervergnügen!
Hier ändert der TERRA.track Penter Egge ein weiteres Mal sein Gesicht – sehr zu unserem Wandervergnügen!

Steinmanderl, Schnitzereien und Steinbruch

Schmale, sich durch den Wald schlängelnde Wege geleiten uns nun weiter auf unserer Wanderung. Wir kommen an einer Sammlung Steinmanderl vorbei, an mehreren idyllischen Gehöften und abgeschieden gelegenen Weiden. Schließlich erreichen wir die Straße Lange Wand und folgen ihr ein Stück nach rechts, nur um sogleich hinter dem Bauernhof zur Rechten nach links über die Wiese leicht bergauf zu steigen und sogleich im Wald weiterzuwandern.

Steinmanderl kommen auch in unseren Breitengraden immer mehr in Mode, scheint es.
Steinmanderl kommen auch in unseren Breitengraden immer mehr in Mode, scheint es.
Ein zauberhaftes Ambiente verströmt der TERRA.track Penter Egge auf diesem Abschnitt.
Ein zauberhaftes Ambiente verströmt der TERRA.track Penter Egge auf diesem Abschnitt.

Dort entdecken wir dann am Wegesrand verschiedene liebevoll in Baumstümpfe und auf abgesägte Bäume geschnitzte und gearbeitete Figuren – vom Baummenschen bis hin zu in luftiger Höhe thronenden Greifvögeln. Wenn wir sie hinter uns gelassen haben, sollten wir die Augen nach links richten, denn dann tut sich hier nur wenig abseits des Weges eine tiefe Schlucht auf. Ein ehemaliger Steinbruch von gut fünf oder sechs Metern Tiefe und beträchtlicher Länge begleitet hier nun unseren TERRA.track Penter Egge.

Ein kurzes Stück geht es den Hügel hinauf über eine Wiese, dann wieder in den Wald.
Ein kurzes Stück geht es den Hügel hinauf über eine Wiese, dann wieder in den Wald.
Dort treffen wir auf einige eigentümliche Waldbewohner.
Dort treffen wir auf einige eigentümliche Waldbewohner.
Zu guter Letzte führt uns der TERRA.track Penter Egge noch an einen ehemaligen Steinbruch.
Zu guter Letzte führt uns der TERRA.track Penter Egge noch an einen ehemaligen Steinbruch.

Und der geht dann eben doch viel zu schnell seinem Ende entgegen. Hinter einem einsam gelegenen Haus mit einigem Fachwerk halten wir uns links und erreichen nach wenigen Schritte schon wieder unseren Wanderparkplatz Pente. Wer sich auf den vergangenen zwölf Kilometern die Füße heißt gelaufen hat, der kann nun noch schnell zum Kanal zurückgehen und die Füße ins Wasser und das Gesicht in die Sonne halten.

Leider viel zu schnell vorbei: Auf dem TERRA.track Penter Egge hätten wir es auch noch etwas länger ausgehalten!
Leider viel zu schnell vorbei: Auf dem TERRA.track Penter Egge hätten wir es auch noch etwas länger ausgehalten!

Warum will ich das wandern? Den TERRA.track Penter Egge habe ich aufgrund seiner abschreckenden Kartenform lange vor mir hergeschoben. Vollkommen zu Unrecht! Drei sehr unterschiedliche Seiten präsentiert uns dieses Dreieck und könnte dadurch abwechslungsreicher kaum sein. Ein echtes Kleinod im Nordkreis!

Bewertung
Natur ★ ★ ★ ★ ★
Ausblicke ★ ★
Abwechslung ★ ★ ★ ★
Romantik ★ ★ ★ 
Dreiecks-Faktor ★ ★ ★ ★

INFOS
Rundwanderweg, 12 km lang
Höhenmeter: 80 m
Gehzeit: 3 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Start: Wanderparkplatz Pente (fürs Navi: nahe Bramsche, Achmerstr. 12)

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About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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