Naturerlebnispfad Dümmer in Hüde

Auf zum Naturerlebnispfad Dümmer! Heute steht bei uns Biologie auf dem Stundenplan und dazu begeben wir uns wieder ins grüne Klassenzimmer. Das befindet sich bei der heutigen Tour am Dümmer. Nach dem Ende der großen (Winter-)Pause machen wir uns daran, den rund fünf Kilometer langen Naturerlebnispfad Dümmer in Hüde zu erkunden. Der eignet sich ganz besonders dann, wenn wir gleichzeitig etwas über Natur und insbesondere Ornithologie lernen und dabei kräftig Sonne tanken möchten…

Die Naturschutz-Station Dümmer-See in Hüde, im Vordergrund mehrere Personen.
Unser Ausgangspunkt für die Wanderung auf dem Naturerlebnispfad Dümmer: die Naturschutz-Station Dümmer-See in Hüde.

Unsere Tour beginnt an der Naturschutz-Station Dümmer-See nahe Hüde. Sie ist hier seit 1993 in einem alten Bauernhof untergebracht und ganzjährig täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im Inneren informiert uns eine Dauerausstellung in der Diele über den Lebensraum Dümmer-See und in einem Nebengebäude können wir wechselnde Sonderausstellungen besuchen.

Holzschild mit Aufschrift Naturgarten
Der schmucke Naturgarten nimmt uns gleich zu Beginn in Empfang.

Vorbei am Naturgarten

Wir folgen dem Wegweiser einige Meter die Straße entlang und biegen dann sogleich nach links ab. Der Naturerlebnispfad Dümmer führt uns jetzt direkt ins Ochsenmoor. Zunächst liegt aber noch der hübsche Naturgarten rechts an unserem Wegesrand.

Ein liebevoll angelegter, idyllischer Garten mit einem Weiden-Pavillon, Trockenmauern, Bereichen mit Wildblumen und ein Kräuterbeet, ein Sumpfbeet, eine Obstbaumwiese und vieles mehr will hier erkundet sein. Bei unserem Besuch im Februar ist dieser Zauber zwar nur zu erahnen, doch auch an Fantasie mangelt es uns ja glücklicherweise nicht.

Ein langer, schnurgerade Weg führt uns anschließend in das Ochsenmoor.
Ein langer, schnurgerade Weg führt uns anschließend in das Ochsenmoor.

Durch das Ochsenmoor

Nach dem Besuch des Gartens nimmt uns der hervorragend ausgeschilderte Naturerlebnispfad Dümmer wieder bei der Hand und führt uns auf einer langen Geraden durch das Ochsenmoor am Südufer des Dümmers.

Bald schon erreichen wir die erste von insgesamt 13 großen Schauftafeln. Diese klärt uns über die gefiederten Bewohner der Dümmerniederung auf. Besonders angenehm: Unsere Lehrer im grünen Klassenzimmer bemühen sich nicht nur redlich um eine allgemein verständliche Sprache, sondern entscheiden sich auch ganz bewusst dafür, den Lernstoff überschaubar zu halten. Wir müssen also nicht stundenlang Texte studieren, sondern lernen ganz angenehm fast im Vorbeigehen. So soll Unterricht sein!

Info-Schautafel am Wegesrand auf dem Naturerlebnispfad Dümmer, im Hintergrund drei Wanderer.
Insgesamt 13 dieser großen Schautafeln lehren uns entlang der Tour auf dem Naturerlebnispfad Dümmer. Ergänzt werden sie um viele kleinere Tafeln.

Fantastischer Blick vom Aussichtsturm

Wir schlendern weiter durch das Ochsenmoor, genießen die ungehindert auf uns herabscheinende Sonne und den Ausblick auf die kleinen Weiher links und rechts des Weges. Über unseren Köpfen tummeln sich ganze Heerscharen von Gänsen, die zu Tausenden am Dümmer zuhause sind. Auch einen Fischadler-Beobachtungspunkt passieren wir.

Fischadler Beobachtungspunkt
Wir konnten den Fischadler leider nicht erspähen. Ein Fernglas ist bei der Tour auf dem Naturerlebnispfad Dümmer durchaus hilfreich!

Am Ende des Weges biegen wir nach rechts ab und sehen schon den großen Aussichtsturm, auf den wir als nächstes klettern wollen. Das lohnt sich unbedingt, denn von oben haben wir einen großartigen Blick in alle Richtungen über das gesamte Ochsenmoor. Wer ein Fernglas dabei hat, wird sich von diesem Beobachtungspunkt nur schwer wieder lösen können.

Aussichtsturm mit drei Wanderern, die von oben herab blicken
Den Aussichtsturm sollten wir uns keinesfalls entgehen lassen!
Blick vom Aussichtsurm auf das Ochsenmoor und den Naturerlebnispfad Dümmer
Blick vom Aussichtsurm auf das Ochsenmoor und den Naturerlebnispfad Dümmer

Treffen mit dem Dümmer-See

Wir folgen dem Naturerlebnispfad Dümmer weiter, der uns alsbald durch ein kleines Waldstück führt. Da es hier besonders sumpfig ist, gehen wir teils über Bohlen, teils über schmale Wege und erreichen dann aber fix den Dümmerdeich und haben nun einen ungehinderten Blick auf den zweitgrößten See Niedersachsens.

Drei Wanderer auf dem Dümmerdeich
Auf dem Dümmerdeich

Rund 1600 Hektar ist der Dümmer groß und wollten wir ihn einmal umrunden, sollten wir uns schon einen Tag frei halten. Denn der Dümmer Rundweg kommt immerhin auf satte 18 Kilometer. Vom Deich aus sehen wir nun allerdings auch, dass der Dümmer auf dem Rückzug ist. Noch in den 1980er Jahren, als ich als kleiner Wandervogel hier das erste Mal unterwegs war, reichte das Wasser noch fast bis an den Deich. Heute schwer vorstellbar.

Blick auf den Dümmer
Blick auf den Dümmer

Abstecher auf die Kanaren gefällig?

Wir gehen nun ein ganzes Stück auf dem Deich entlang, an vernässten Flächen vorbei und können weiter ungehindert den Sonnenschein genießen. Kleine Info-Tafeln geben Auskunft darüber, wann welche Vögel zu Gast am Dümmer sind.

Schautafeln am Wegesrand
Unser Weg bleibt lehrreich und unterhaltsam!

Wir gelangen schließlich an eine Brücke, die wir queren. Danach führt uns der Naturerlebnispfad nach rechts. Wer im Sommer hier unterwegs ist, der sollte sich an dieser Stelle noch einen kleinen, etwa 500 Meter langen Abstecher gönnen und weiter am Dümmer entlang spazieren. Denn dann trifft der Wanderer unweigerlich auf die direkt am See gelegene Bar dü Mar, eine extrem chillige Strandbar, in der wir ganz locker vollständig Zeit und Ort vergessen könnten und uns irgendwo im Urlaub auf den Kanaren wähnen könnten.

Kleine Straße mit drei Wanderern, im Hintergrund die Naturschutz-Station Dümmer-See
Diese kleine Straße führt uns zurück zur Naturschutz-Station Dümmer-See

Das lange End‘

Der Naturerlebnispfad Dümmer dagegen neigt sich nun seinem Ende entgegen. Wir kennen das aus dem Schulunterricht: Die letzten Minuten vor dem Ende der Stunde ziehen sich etwas. So nun auch auf unserem Naturerlebnispfad Dümmer. Er führt bis an den Ortsrand Hüdes und von dort nach rechts über eine einsame asphaltierte Straße fast einen Kilometer bis zurück zur Naturschutzstation. Doch das nehmen wir gerne in Kauf, denn zuvor hat uns dieser Weg eine Stunde lang hervorragend unterhalten und unterrichtet.

Zum Abschluss bietet sich dann ein Besuch der Ausstellung in der Naturschutz -Station an, gefolgt von einem Besuch im Hüder Ortskern, wo zahlreiche kleine Bistros, Strand- und Hofcafés auf uns warten.

Blick in die Ausstellungsräume der Naturschutz-Station Dümmer-See
Ebenfalls lehrreich und unterhaltsam aufbereitet: Die Ausstellung in der Naturschutz-Station Dümmer-See.

Warum will ich das wandern? Aus vielerlei Gründen! Die kurze Tour eignet sich prima für einen kürzeren Sonntagsgang, die Cafés in Hüde runden das Programm ab. Der Weg selbst ist durchweg sonnig, sehr gut ausgeschildert und zudem ebenso lehr- wie abwechslungsreich.

Bewertung
Natur ★ ★ ★ ★  
Ausblicke ★ ★ ★ ★  
Abwechslung ★ ★ ★ ★
Romantik ★ ★
Unterrichts-Faktor ★ ★ ★ ★ ★

INFOS
Rundwanderweg, 5 km lang
Höhenmeter: 4 m
Gehzeit: 1 Stunde
Schwierigkeit: leicht
Start: Naturschutz-Station Dümmer-See

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About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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