Moselsteig: Von Neef über Ediger-Eller nach Beilstein

Auch der vierte Tag unserer Wanderung auf dem Moselsteig hat es in sich. Denn auch für diesen Tag haben wir zwei anspruchsvollere Etappen zusammengelegt und werden von Neef über Ediger-Eller nach Beilstein wandern. Auf dem Papier sind das fast 27 Kilometer und 800 Höhenmeter. Ganz so schlimm kam es uns am Ende nicht vor, schweißtreibend ist es aber allemal.

Das Bild zeigt die Mosel von der Brücke aus betrachtet. Zur Linken ist am Ufer Neef zu sehen.
Mit einer Moselüberquerung starten wir in den Wandertag. Links liegt Neef.

Hart erkämpfter Ausblick

Wir starten unsere Wanderung von Neef kommend mit einer Moselüberquerung via Brücke. Der Moselsteig führt uns gut einen Kilometer durch das Örtchen Bremm und bis an dessen Weinberge und schließlich durch diese hindurch. Nun beginnt auch der Anstieg – und der hat es in sich. Weitgehend breite Wege, die zunehmend steiler in die Höhe führen, weitgehend ungeschützt vor der schon am Morgen ordentlich sengenden Sonne. Fast 300 Höhenmeter auf gerade mal zwei Kilometern stehen an und die breiten Schotterpisten sorgen für etwas Unmut.

Das Bild zeigt eine Vielzahl von Wegweiser.
An Wegen mangelt es hier nicht…

Schließlich aber ist der Anstieg bewältigt und wir werden mit einer schönen Aussicht auf die Moselschleife vor Bremm belohnt. Nun zeigt sich der Moselsteig auch gnädig und führt auf fast drei Kilometern auf dem Rücken des Calmont nahezu eben weiter und bietet immer wieder grandiose Aussichtspunkte an, von denen wir die Moselschleife nun wirklich aus allen Blickwinkeln genauestens in Augenschein nehmen können. Von diesem Angebot machen wir freilich gerne Gebrauch!

Das Bild zeigt den Ausblick auf die Moselschleife.
Der erste von vielen Ausblicken auf die Moselschleife, die wir heute umrunden.

Durch den steilsten Weinberg Europas

Dieser Abschnitt führt denn auch hin und wieder durch bewaldetes Gebiet, so dass wir uns im Schatten der Buchen ein wenig abkühlen können, ehe es an den etwas abenteuerlichen Abstieg nach Ediger-Eller geht. Denn nach insgesamt sieben Kilometern geht es dann über enge Serpentinen den steilsten Weinberg Europas, den Bremmer Calmont, bergab nach Ediger-Eller. Hier ist schon einigermaßen Trittsicherheit gefragt, selbst wenn man sich nicht für die Variante über den Klettersteig entscheidet.

Das Bild zeigt den steilen Weg und zwei Wanderer im Bremmer Calmont.
Recht steil bergab führt uns der Moselsteig am Bremmer Calmont.

Dabei genießen wir einen großartigen Blick auf das vor uns liegende Ediger-Eller, auf den bewaldeten Höhenzug auf der Landzunge, die von beiden Seiten von der Mosel umflossen wird, auf die Eisenbahnbrücke und die auf ihr verkehrenden Züge und ebenso auf die Ruine Kloster Stuben. Es könnte kaum malerischer sein – sich dabei noch darauf zu konzentrieren, die richtigen Schritte auf dem steilen Weg zu machen, fällt nicht immer leicht.

Das Bild zeigt den Blick vom Calmont auf Ediger-Eller, die Mosel und die Eisenbahnbrücke.
Ediger-Eller winkt uns bereits zu

In Ediger-Eller

Schließlich erreichen wir über einen kleinen Weg entlang der Bahnschienen den Ortskern Ediger-Ellers und finden sogar nach wenigen Metern einen geöffneten Biergarten, in dem wir uns flugs mit einem eiskalten Hefeweizen stärken und den unvermeintlichen Scherz mit dem Ortsnamen machen. Dann führt uns der Weg einmal durch den schmucken Ortskern Erdinger-Ellers und schließlich aus dem Ort hinaus.

Das Bild zeigt die vier Wanderer im Schatten eines Sonnenschirms im Biergarten.
Pause im Schatten

Wir gehen durch die Weinberge des gerade mal 1000 Einwohner zählenden Moselstädtchens mit den vielen pittoresken Fachwerkhäusern und dabei wieder leicht bergauf. Der Anstieg wird etwas fordernder, ist aber kein Vergleich mit der morgendlichen Tortur bei Bremm.

Das Bild zeigt ein Weinlokal in Ediger-Eller.
Viele hübsche Häuser sehen wir bei der Durchquerung Ediger-Ellers.

Weinbergswege mit Unterhaltungsprogramm

Durch die Weinberge und wieder bergab gehend erreichen wir die Ausläufer des Örtchens Nehren, überqueren wieder die Mosel, passieren den kleinen Anleger und den Campingplatz und biegen schließlich nach rechts in die Weinberge ab. Info-Schilder an Weinfässern säumen nun den Wegesrand und wir erfahren Einiges über die hier gedeihenden Rebsorten. Das ist schön gemacht und bietet etwas Abwechslung. Denn der breite Weinbergsweg ist hier mitunter etwas eintönig.

Das Bild zeigt eine Info-Tafel zur Rebsorte Riesling in den Weinbergen.
Lehrstunde in den Weinbergen

Das scheinen auch die Moselsteigmacher so gesehen zu haben, denn sie fühlten sich zudem befleißigt, im weiteren Verlauf auch noch ein paar weitere Unterhaltungselemente einzufügen. So können wir uns hier im Steinheben messen, uns in Steinen aufwiegen und an einem Glücksrad drehen, während wir oberhalb von Mesenich und schließlich Briedern weiter wandern.

Das Bild zeigt eine Collage von mehreren Bildern, auf denen die Wanderer die einzelnen Unterhaltungslemente am Moselsteig ausprobieren.
Wenn es schon da ist, sollte man es natürlich auch alles ausprobieren!

Durch die Briedeler Schweiz

Dann nimmt uns die Briedeler Schweiz in Empfang und die bietet nun glücklicherweise Abwechslung. Hier geht es nicht nur in den Wald, sondern auch auf ausgesprochen schmalen Wegen weiter. Diese sind oftmals in Hanglage gehalten und linkerhand geht es teils sehr steil und ziemlich weit bergab. Wer nicht ganz schwindelfrei ist, mag hier schon ein wenig das Tempo drosseln.

Das Bild zeigt Wanderer in der Briedener Schweiz auf schmalen Pfaden.
Schmale Pfade, steile Hängen – die Briedener Schweiz durchqueren wir nun.

Schließlich verlassen wir den Wald und die Briedener Schweiz und sehen schon wieder die Mosel und an den Fluss geschmiegt das „Dornröschen der Mosel“, wie Beilstein auch genannt wird. Und über allem thront die mächtige Burg aus dem 12. Jahrhundert, in der heute ein Restaurant und eine Falknerei untergebracht sind.

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Ziel…!

Dornröschen der Mosel

Vorbei an der großen Karmeliterkirche führt der Moselsteig über die berühmte Klostertreppe zum Etappenendpunkt Beilstein. Und hier sehen wir nun auch, wie das Moselstädtchen zu seinem Beinamen kam. Die engen, verwinkelten Gassen, Stiege und Treppchen, die bunten Fachwerkhäuser – kein Wunder, dass dieser Ort schon mehrere Male Ort der Dreharbeiten für Heimatfilme unter anderem mit Heinz Rühmann war!

Das Bild zeigt eine Collage von zwei Bildern aus Beilstein.
Links die lausige Winzerschenke, rechts eine der hübschen Steigen in Beilstein.

Wir selbst hingegen belohnen uns nun mit einem leckeren Essen und einem guten Tropfen Beilsteiner Schlossberg in der lauschigen Laube der Winzerschenke von Familie Sausen. Der Beilsteiner Schlossberg übrigens findet noch heute jedes Jahr im Mai seinen Weg zu mir nach Hause…

Warum will ich das wandern? Die bezaubernde Moselschleife, der steilste Weinberg Europas, das pittoreske Ediger-Eller und die idyllische Briedener Schweiz und nicht zu vergessen das zauberhafte Beilstein – die Gründe für diesen Abschnitt des Moselsteigs liegen auf der Hand. Er lohnt sich sehr.

Bewertung
Natur ★ ★ ★ ★
Ausblicke ★ ★ ★ ★ ★
Abwechslung ★ ★ ★ ★
Romantik ★ ★ ★ ★
Heimatfilm-Faktor ★ ★ ★ ★ ★

INFOS
Fernwanderweg, 27 km lang
Höhenmeter: 780 m
Gehzeit: 8 Stunden
Schwierigkeit: schwer
Start: Innenstadt Neef

Sei der Erste, der diesen Beitrag teil!

About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
View all posts by Wandervogel77 →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.