Leberblümchenweg und Rundwanderweg Amshausen

Der Winter war lang und schmutzig, die Wanderer-Seele dürstet nach Frühlingserlebnissen. Die ersten Frühlingsboten im Teutoburger Wald finden sich im Naturschutzgebiet Jakobsberg in Amshausen, das zu Steinhagen gehört. Denn hier blühen meist schon ab Anfang März zu Abertausenden die lila-blauen Leberblümchen. Grund genug, dem Leberblümchenweg einen Besuch abzustatten und diesen Besuch mit einer Rundwanderung zu verbinden. Auf etwa 8,5 Kilometern erkunden wir nicht nur den Jakobsberg, sondern auch den Petersberg, die Hohe Liet und treffen sogar den Hermannsweg.

Blüten am Leberblümchenweg
Am Leberblümchenweg erwartet uns eine wahre Blütenpracht.

Aufstieg zum Leberblümchenweg

Einstieg zum Leberblümchenweg
Der Einstieg zum Leberblümchenweg ist schnell gefunden.

Wir starten unsere Wanderung an der Gaststätte Friedrichshöhe. Es ist Ostermontag, der 2. April 2018, und außer uns haben zahlreiche weitere Besucher dasselbe Ziel: den Leberblümchenweg am Jakobsberg. Einen Parkplatz finden wir auf der großen Parkfläche trotzdem und machen uns auf den Weg. Der ist nicht schwer zu finden – wir laufen den zahlreichen anderen Spaziergängern hinterdrein.

Ein kleines Stück geht es bergauf und wir kommen an einem Aussichtspunkt vorbei, von dem aus bei weniger diesiger Witterung sicherlich viel Schönes zu sehen ist. Heute aber halten wir uns hier nicht lange auf. Wir folgen bei unserer Wanderung zunächst dem lokalen Wanderweg A3 des Heimatvereins Amshausen. Der führt uns auch schon bald an den Jakobsberg und zum dortigen Leberblümchenweg. Während der A3 nun an dem Berg vorbei führt, leitet der Leberblümchenweg den Wanderer direkt darüber. Wir verabschieden uns also kurz vom A3 und betreten den Leberblümchenweg.

Leberblümchen und Buschwindröchen auf dem Leberblümchenweg bei Steinhagen.
Leberblümchen und Buschwindröchen auf dem Leberblümchenweg bei Steinhagen.

Auf dem Leberblümchenweg

Blüten am Leberblümchenweg
Wir genießen jeden Schritt auf dem Leberblümchenweg und können uns gar nicht satt sehen.

Der macht seinem Namen auch sogleich alle Ehre. Das Wandererherz hüpft vor Freude, als wir die ersten lila-blauen Blüten entdecken. Immer dichter wird das farbige Schauspiel am Wegesrand. Gepaart mit den zahlreichen weißen Buschwindröschen ergibt sich hier ein Blütenmeer, das sogleich unbändige Lust auf Frühling macht!

Die hier wachsenden Leberblümchen sind übrigens eine Seltenheit. Zumindest in unseren Breitengraden. Die hier prächtig gedeihenden Frühblüher gehören zu den nördlichsten Vorkommen ihrer Gattung überhaupt. Wir genießen jeden Meter auf dem eher kurzen Leberblümchenweg. Nur mit Mühe widerstehe ich der Versuchung, wirklich jede einzelne Blüte zu fotografieren. Bei der Vielzahl zu unseren Füßen wäre das auch ein Ding der Unmöglichkeit.

Blütenpracht auf dem Jakobsberg

Die Leberblümchen blühen nur etwa eine Woche. Da jedoch natürlich nicht alle Blumen gleichzeitig blühen, dauert die Blütezeit hier am Leberblümchenweg etwa vier Wochen. Doch auch danach gibt es hier Farbenfrohes: Ab Mitte April blüht hier die gelb leuchtende Schlüsselblume. Es finden sich auch das rot und blau blühende echte Lungenkraut, Waldmeister und Bingelkraut.

Blüten am Leberblümchenweg
Noch ein letztes Foto von den Leberblümchen, dann geht es aber wirklich weiter…

Der Jakobsberg ist zweifellos die erste Anlaufstation des Frühlings im Teutoburger Wald. Hier lohnt sich im Frühjahr immer ein Besuch, es gibt ganz offensichtlich immer etwas Schönes zu entdecken. Und nach einem langen Winter braucht die Seele nichts dringender als ein paar Farbtupfer!

Viel zu früh endet die Blütenpracht, doch wir haben reichlich Frühlingsgefühle getankt und machen uns beschwingt daran, nun wieder dem A3 zu folgen. Ihn treffen wir auf der anderen Seite des Jakobsbergs wieder. Nur ein kleines Stück geht es noch durch den Wald, zu unserer Linken plätschert der Foddenbach und speist hier auch eine Fischzucht, auf die wir herunter blicken.

Auf dem A3 zum Hermannsweg

Bachlauf am A3
Ein kleiner Bachlauf am A3, der auf diesem Teilabschnitt sonst recht reizarm daher kommt.

Dann treffen wir auf die Kaistraße, an der auch das Gasthaus Friedrichshöhe liegt. Wir halten uns links und folgen der Straße und mit ihr dem A3. Einen guten Kilometer verläuft der nun auf zwar wenig befahrenen Straßen, aber leider auch ausgesprochen reizarm. Hier ist es im Sommer zweifellos schöner, dann eignet sich dieser Abschnitt wenigstens zum Sonnetanken.

Wir gehen weiter, bis wir den Hang des Teutoburger Waldes erreichen. Wir bedanken uns beim A3 für seine Gastfreundschaft und verabschieden uns von ihm. Hier halten wir uns links und gehen stetig bergauf, denn wir suchen den Hermannsweg auf dem Höhenzug des Teutoburger Waldes. Nach einigen hundert Metern über verwurzelte Waldwege treffen wir den Königsweg des Teutos. Mit ihm übrigens auch den Weg der Genießer und den Wappenweg. Wir aber begleiten nun Hermann ein Stück.

Durch wilde Wacholderheide

Auch hier hat Sturm Friederike unübersehbar gewütet, die Aufräumarbeiten sind aber in vollem Gange und der Weg gut begehbar. Hier und da hat der Sturm sogar einige Ausblicke freigeräumt – des einen Leid ist eben des anderen Freud.

Wacholderheide am Hermannsweg
Im August blüht hier die Wacholderheide am Hermannsweg. Wir kommen also nochmal wieder.

Der Hermannsweg präsentiert sich auf diesem Abschnitt ungewohnt. Fast weiß leuchtender Untergrund und schließlich sogar ein Abschnitt wild wachsender Wacholderheide. Um sie in voller Blüte zu sehen, müssen wir im August noch einmal wieder kommen. Das nehmen wir uns vor und malen uns die bunt leuchtende Landschaft schon mal vor dem inneren Auge aus, bis wir eine große Wanderwege-Kreuzung erreichen.

In die Hohe Liet

Umgestürzte Bäume auf dem wanderweg A4
Umgestürzte Bäume auf dem Wanderweg A4 erschweren die Wanderung nicht unerheblich.

Geradeaus ginge es nun zur Schwedenschanze, einem beliebten Ausflugslokal auf dem Bussberg. Wir jedoch halten uns rechts und dann sogleich wieder links, wo wir dem Wanderweg 2 des Teutoburger Waldvereins folgen. Er soll uns bis zum nächsten lokalen Wanderweg, dem A4, leiten. Das tut er auch, es geht zunächst recht steil bergab, dann zwischen Wiesen und über eine Straße, wo wir schon die nächste Markierung entdecken. Ab jetzt folgen wir dem A4 nach links, wo er uns durch die Hohe Liet führen soll. So heißt der zwischen Jakobsberg und Hauptkamm liegenden Höhenzug.

Hier hat der Sturm allerdings besonders heftig gewütet und der geneigte Wanderer fragt sich, wieso dieser Weg nicht aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. Denn zahlreiche Bäume hängen halb umgeknickt über dem Weg und wir hören das Holz über uns im wahrsten Wortsinne arbeiten.

Der Weg ist hier fast nicht begehbar. Zwar haben findige Wanderer einen Pfad um die Bäume gefunden, dem wir auch folgen, sicher und empfehlenswert ist das aber nicht. Denn der Untergrund ist nass und von Laub bedeckt – erhöhte Rutschgefahr also. Von der machen wir auch gleich mehrmals erfolgreich Gebrauch, ehe wir dann doch ohne größere Blessuren wieder auf dem A4 angelangen.

Am Jückemühlenbach

Am Jückemühlenbach in Amshausen
Wir treffen auf den Jückemühlenbach. Der weckt das Spielkind im Wanderer…

Der führt uns nun hinunter zum Jückemühlenbach und ein Stück an dem kleinen Gewässer entlang. Das windet sich leise murmelnd und ganz zauberhaft durch die Landschaft. Leider müssen wir auch hier den Weg und den Bach noch einmal nach links verlassen, denn abermals blockieren Dutzende umgestürzter Bäume den A4. Mit einem kleinen Umweg erreichen wir ihn aber schließlich wieder und treffen unterwegs sogar noch auf einige versprengte Leberblümchen.

Längs eines Feldes mit Blick auf Steinhagen gehen wir vorbei am „Kleinen Berg“, um dann den Anstieg auf den „Großen Berg“ zu machen. Beide gehören schon zum Naturschutzgebiet Jakobsberg. Auch hier sehen wir immer wieder kleine Leberblümchen-Kolonien.

Vorbei am Jakobsberg zur Friedrichshöhe

Zum Ende hin kommen wir wieder am Leberblümchenweg vorbei, folgen aber dieses Mal dem A3 und A4 um den Berg herum und sind alsbald wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung an der Gaststätte Friedrichshöhe, wo wir uns im Biergarten ein kühles Getränk gönnen und die Füße ausstrecken. Eine schöne Rundtour, die sicherlich auch im Sommer ihre Reize hat. Wir kommen also wieder und hoffen, dass bis dahin die Wanderwege wieder komplett begehbar sind.

Ohrwurm für diese Wanderung: Spring is here

Warum will ich das wandern? Weil der Jakobsberg und mit ihm der Leberblümchenweg den Winter aus dem Wandererherzen treibt!

Bewertung
Natur ★ ★ ★ ★ ★
Ausblicke ★ ★
Abwechslung ★ ★ ★ ★
Romantik ★ ★ ★
Blüten-Faktor ★ ★ ★ ★ ★

INFOS
Rundwanderweg, 8,5 km lang
Höhenmeter: 180 m
Gehzeit: 2,5 Stunden
Schwierigkeit: leicht-mittel
Start: Gaststätte Friedrichshöhe

About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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