TERRA.track Achter de Welt in Hagen

Das Plattdeutsche ist ein ganz wundervoller Dialekt, denn wirklich nichts klingt negativ, wenn man es nur auf Plattdeutsch sagt. Niemand käme auf die Idee, eine Straße „Am Ende der Welt“ oder (wörtlich) „Hinter der Welt“ zu nennen. Furchtbar rückständig und verloren klänge das. Wie beschaulich und schön hört sich dagegen „Achter de Welt“ an. Da möchte man sofort hin und sich das genauer ansehen! Machen wir jetzt auch. Und zwar auf dem gleichnamigen Terra.track Achter de Welt in Hagen. Der ist etwa 4,5 Kilometer lang und mit rund 100 Höhenmeter keine große sportliche Herausforderung.

Der Wanderparkplatz befindet sich dann auch konsequenterweise in der Straße mit diesem beschaulichen plattdeutschen Namen am Ortsrand von Hagen am Teutoburger Wald. Schon als wir hier eintreffen haben wir das Gefühl, nicht mehr im Osnabrücker Land zu sein. Nicht mal nach Teutoburger Wald sieht es hier aus… Die Straße endet am Parkplatz, ringsum ist es hügelig und auf einer weitläufigen Weide grasen mehrere Kühe. Alles sieht mindestens nach Allgäu aus, könnte aber genauso irgendwo in Osttirol liegen. Wenn es eine idyllische Variante vom Ende der Welt gibt – wir haben sie gefunden!

Das rote T auf weißem Grund leitet uns über den Terra.track Achter de Welt bei Hagen.
Das rote T auf weißem Grund leitet uns über den Terra.track Achter de Welt bei Hagen.

Achter de Welt und tief in den Wald

Am Wegesrand blüht der Fingerhut.
Am Wegesrand blüht der Fingerhut.

Wir starten auf unserem Rundwanderweg rechts herum, entgegen dem Uhrzeigersinn, und orientieren uns dabei an den rotweißen Markierungen des Terra.tracks „Achter de Welt“. Zunächst auf breiten Forstwegen führt uns der Weg in den Wald, vorbei an zahlreichen rosa-violett blühenden Fingerhutpflanzen folgen wir dabei auch lange Zeit dem Ahornweg. Recht lang bleibt der Weg breit genug, um zu dritt nebeneinander zu gehen, selbst für eine ganze Doppelkopfrunde würde es hier reichen. Die wenigen An- und Abstiege sind kaum der Rede wert.

Erst nach über einem Kilometer ändert sich das Bild, der Weg wird abwechslungsreicher, schlägt hin und wieder kleine Kehren, verläuft mal schmaler, dann wieder etwas breiter. Wir kommen an der Quelle des Poggenbachs vorbei, der jedoch bei unserem Besuch gerade im Sommerurlaub zu weilen scheint. An der nächsten Kreuzung irritieren zwei Wegzeichen. Die zwei roten T’s auf weißem deuten in unterschiedliche Richtungen. Wir folgen instinktiv der linken Ausschilderung, was sich als richtig erweisen wird.

Nach der Hälfte der Gesamtstrecke zeigt der Weg eine ganz andere Seite...
Nach der Hälfte der Gesamtstrecke zeigt der Weg eine ganz andere Seite…

Indianertrampfelpfad und Baummalerei

Zur Rechten öffnen sich hin und wieder die Bäume und geben eine schöne Weitsicht frei.
Zur Rechten öffnen sich hin und wieder die Bäume und geben eine schöne Weitsicht frei.

Nach einer Kehre, die etwa die Hälfte der Gesamtstrecke markiert, führt der Weg nun nicht mehr durch den Wald. Zumindest nicht mehr so tief wie bislang. Denn nun bewegen wir uns auf einem echten „Indianertrampfelpfad“ am Waldrand mit einer Weide mit Weitblick zur Rechten. Das Doppelkopfspielen müsste jetzt endgültig eingestellt werden, ab jetzt ist Polonaise angesagt.

Nach dem wir die Weide passiert haben, knickt der Weg alsbald nach rechts ab und trifft dann auf die Straße „Forstweg“, der wir nur ein kleines Stück folgen, ehe es wieder nach links in den Wald geht. Hier stehen wir wenig später vor einer zweiten Orientierungsfrage. Das Markierungszeichen zeigt einen Pfeil, der sich regelrecht zu winden scheint und uns die folgende Strecke darstellen soll. Doch der Künstler war hier mit seinem Werk nicht eindeutig und lässt recht viel Interpretationsspielraum. Etwas weniger van Gogh und etwas mehr Diercke möchte man sich hier wünschen. Wir werden aus dem Gemälde nicht recht schlau und orientieren uns anhand unserer App. Der Wanderparkplatz ist nicht mehr weit und so entscheiden wir uns für den Weg, der uns am ansprechendsten erscheint und zumindest halbwegs in die richtige Richtung führt.

Was nur wollte uns der Künstler sagen?
Was nur wollte uns der Künstler sagen?

Off track

Wir gehen unserer eigenen Wege und die sind auch wunderschön.
Wir gehen unserer eigenen Wege und die sind auch wunderschön.

Damit verlassen wir offenbar den offiziellen Weg, doch die Wegbeschaffenheit ist hier so schön, dass es schwer vorstellbar ist, dass der eigentliche Track da noch mithalten könnte. Ein schmaler Pfad führt durch hohe Farne und durch den dichten Wald, leicht sich windend und mäßig bergauf und bergab. Ohnehin ist es nur noch ein Weg von wenigen hundert Metern, den wir so zurück legen, ehe wir wieder auf den ursprünglichen Terra.track „Achter de Welt“ treffen, dem wir nun noch ein kleines Stück nach links folgen bis wir den Parkplatz wieder erreicht haben.

Ohrwurm für diese Wanderung: Bar at the end of the world

Warum will ich das wandern? Weil der A*** der Welt so viel schöner ist, als man vielleicht meinen könnte. Für einen Spaziergang am Sonntag auf jeden Fall ein top Tipp!

Bewertung
Natur ★ ★ ★ ★
Ausblicke ★
Abwechslung ★ ★ ★
Romantik ★ ★
Allgäu-Faktor ★ ★ ★ ★

INFOS
Rundwanderweg, 4,5 km lang
Höhenmeter: 94 m
Gehzeit: 1,5 Stunde
Schwierigkeit: leicht
Start: Wander-Parkplatz “Achter de Welt”

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About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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