Auf den Königsstand bei Garmisch-Partenkirchen

Neben der Bergtour auf den Wank bietet sich in Garmisch-Partenkirchen noch eine zweite Tour in die Höhe an, die ebenfalls tolle Panoramablicke in mehrere Richtungen ermöglicht. Dieses Mal geht es auf den Königsstand, von dem aus wir von 1481 Metern ins Tal von Farchant ebenso blicken können wie hinab nach Garmisch-Partenkirchen.

Schöne Ausblicke erwarten uns auch bei unserer Wanderung auf den Königsstand bei Garmisch-Partenkirchen.
Schöne Ausblicke erwarten uns auch bei unserer Wanderung auf den Königsstand bei Garmisch-Partenkirchen.

Start im Zentrum von Garmisch-Partenkirchen

Die Wanderung können wir direkt im Zentrum von Garmisch-Partenkirchen oder sogar am Bahnhof starten. Gut 15 Kilometer sind es dann insgesamt hin und zurück, knapp 1000 Höhenmeter haben wir zu bewältigen. Als wir zu unserer Erkundungstour auf den Königsstand aufbrechen, sind die Wettervorhersagen für den Tag durchwachsen, Regen ist aber erst für den späten Nachmittag angekündigt. Bis dahin wollen wir eigentlich schon zurück im Tal sein.

Wir durchqueren Garmisch-Partenkirchen, erreichen die Bayernhalle und mit ihr auch den Fuß des Kramermassivs. Zu dem gehört auch die Kramerspitz, die links des Königsstands vor uns in die Höhe ragt. Mit fast 2000 Metern Höhe und dem Kramersteig ist sie eigentlich das attraktivere Ziel und bietet sogar die Möglichkeit eines Rundwegs, doch dafür braucht es stabilere Wetterbedingungen und bei gut 1500 Höhenmetern auch ein gerüttelt Maß an Kondition. Wir gehen diese Strecke natürlich wegen des Wetters nicht.

Versüßt uns den eintönigen Aufstieg: die Kriegergedächtniskapelle auf dem Hang des Grasbergs über Garmisch-Partenkirchen.
Versüßt uns den eintönigen Aufstieg: die Kriegergedächtniskapelle auf dem Hang des Grasbergs über Garmisch-Partenkirchen.

Pittoreske Kapelle auf dem Grasberg

Der erste Abschnitt dieser Tour ist einigermaßen hartes Brot, denn wir erarbeiten uns die ersten 300 Höhenmeter bis zur bewirtschafteten Hütte St. Martin am Grasberg via Fahrweg. Der ist einigermaßen eintönig und bietet auch keinerlei Ausblick. Meditatives Schwitzen ist also angesagt.

Auch auf Garmisch-Partenkirchen haben wir schon einen schönen Blick, sehen aber auch: Ganz hoch sind wir noch nicht!
Auch auf Garmisch-Partenkirchen haben wir schon einen schönen Blick, sehen aber auch: Ganz hoch sind wir noch nicht!

Das wird nur einmal unterbrochen von der allerdings wirklich wunderschönen und großartig gelegenen Kriegergedächtniskapelle. Das kleine Gotteshaus ist nicht nur ein sehr schmucker Bau, sondern liegt auch noch idyllisch auf dem grasbewachsenen Plateau eines Hangs mit Blick auf Garmisch-Partenkirchen. Kurz hinter der Kapelle biegt der Kramer-Plateauweg von unserem Fahrweg ab. Rückblickend wäre dieser wohl die besser, wenngleich nicht schnellere Wahl für den Aufstieg gewesen, denn die nächsten 1,5 Kilometer sind recht langweilig und in erster Linie eine sportliche Übung.

Über den Fahrweg erreichen wir die ganzjährig geöffnete Martinshütte.
Über den Fahrweg erreichen wir die ganzjährig geöffnete Martinshütte.

An der Martinshütte

Doch schließlich erreichen wir die Martins-Hütte und füllen hier im traumhaften Biergarten mit Weitblick über Garmisch-Partenkirchen den Flüssigkeitshaushalt wieder auf. Gleich hinter der Hütte wird der Weg dann auch deutlich angenehmer, schmaler und ist auch meist nur noch auf kurze Distanz einzusehen. In enger werdenden Serpentinen schraubt er sich nun durch den Wald den Berg hoch.

Soooo gefallen uns die Wanderwege gleich viel besser!
Soooo gefallen uns die Wanderwege gleich viel besser!

Allmählich lichten sich die Bäume und werden von Felslandschaften abgelöst. Mit zunehmender Höhe können wir links des Wettersteingebirges auch immer besser zum Karwendelgebirge blicken. Die Felsen des Kramers erheben sich zu unserer Rechten steil in die Höhe und fallen zu unserer Linken nicht minder steil ab. Der schmale Weg dazwischen kann für Menschen mit Höhenangst hier und da zu einer Herausforderung werden. Insbesondere an der Stelle, die uns kurz vor dem Aussichtspunkt Felsenkanzel erwartet…

Nix für schwache Nerven... der Weg zur Felsenkanzel.
Nix für schwache Nerven… der Weg zur Felsenkanzel.

Vorbei an der Felsenkanzel

Ein schmaler Bretterverschlag, mit viel gutem Willen mag man es eine hölzerne Brücke nennen, führt hier am Felsen entlang über eine Kluft. Ein Geländer gibt es nicht, aber immerhin ein Sicherungsseil zur Rechten am Felsen. Wir atmen tief durch, hangeln uns hinüber und genießen sodann den großartigen Ausblick über die vor uns liegende Berglandschaft von der Felsenkanzel. Die ist übrigens auch nichts für Höhenängstliche…

Felsenkanzel mit Wandervogel.
Felsenkanzel mit Wandervogel.

Wir setzen unseren Weg fort, es geht weiter moderat bergauf und nach etwa 250 weiteren Höhenmetern teilt sich nun der Weg und führt links zum Kramerspitz, rechts hingegen zum Königsstand. Wir halten uns rechts und verabschieden uns auch von der Dame aus München, die wir unterwegs aufgegabelt haben und die heute noch die Kramerspitz in Angriff nehmen will.

Wer Probleme mit ausgesetzten Stellen hat, ist auf dieser Wanderung nicht ununterbrochen glücklich...
Wer Probleme mit ausgesetzten Stellen hat, ist auf dieser Wanderung nicht ununterbrochen glücklich…

Auf dem Königsstand angekommen

Unser Weg führt nun recht gerade am Fels entlang und kommt praktisch ohne Höhenmeter aus. Noch einen knappen Kilometer geht es so bis wir schließlich das „Ende“ des Bergmassivs und damit den Königsstand erreichen. Ein kleines Brotzeitbankerl lädt zur Rast und ermöglicht uns, den Blick auf Ester-, Karwendel- und Wettersteingebirge zu genießen.

Einen feinen Blick auf Berg und Tal haben wir vom Königsstand aus!
Einen feinen Blick auf Berg und Tal haben wir vom Königsstand aus!

Leider nur kurz, denn kaum haben wir unsere Brotzeit ausgepackt, setzt leichter Regen ein, der schnell stärker wird. Es nützt nichts, wir müssen zurück. Wir kramen unsere Regen-Ponchos aus dem Rucksack und machen uns auf den Rückweg – über den Weg, den wir auch hergekommen sind. Eine Alternative gibt es hier leider nicht.

Ponchos & Apfel-Kaiserschmarrn

Während unseres Rückwegs wechseln wir vier- bis fünfmal unsere Kleidung. Rege, Sonne, Wolken, Wärme, Nässe – ein Wechselbad der Klimazonen durchschreiten wir und erreichen schließlich wieder die Martins-Hütte. Und da nun wieder die Sonne scheint, nehmen wir im Biergarten Platz und den Apfel-Kaiserschmarrn. Und der sei nun wiederum allerwärmstens empfohlen, einen besseren aß ich nie.

Der Kellerleitensteig ist eindeutig die bessere Wegroute.
Der Kellerleitensteig ist eindeutig die bessere Wegroute.

Nur einige hundert Meter bergab entscheiden wir uns, dem Fahrweg Lebewohl zu sagen und neben nun stattdessen linkerhand den Kellerleitensteig. Eine gute Wahl, denn dieser führt nun auf schmalen, idyllischen Pfaden am Hang des Berges hinab und ist ungleich schöner als die Fahrwegalternative. Er geleitet uns auch den kompletten Weg bergab und kommt etwa auf Höhe der Bayernhalle wieder am Fuß des Kramermassivs heraus. Dieser Teil der Wanderung ist der unten aufgeführten Kartendarstellung nicht enthalten, vor Ort aber kinderleicht zu finden. Der Kellerleitensteig ist auch in der Karte vermerkt.

Warum will ich das wandern? Weil uns vom Königsstand eine tolle Aussicht geboten wird. Und weil sich allein der Weg zur Martinshütte lohnt. Stichwort Apfel-Kaiserschmarrn.

Bewertung
Natur ★ ★ ★ ★
Ausblicke ★ ★ ★ ★ ★
Abwechslung ★ ★ ★
Romantik ★ ★
Panorama-Faktor ★ ★ ★ ★ ★

INFOS
Gipfelwanderung, 15 km lang
Höhenmeter: 981 m
Gehzeit: 5 Stunden
Schwierigkeit: schwer
Start: Bahnhof Garmisch-Partenkirchen

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About Wandervogel77

Am Liebsten draußen und auf Wanderwegen unterwegs. Von Osnabrück über das Münsterland, von Rhein bis Mosel, vom Teuto bis zu den Alpen - kein Wanderweg ist vor mir sicher!
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